26.11.12

Geldinstitute

Großbank UBS muss 36,7 Millionen Strafe zahlen

Nach dem Milliardenverlust durch den Londoner UBS-Händler Adoboli nimmt die Schweizer Finanzmarktaufsicht die Großbank an Kandare. Die Behörde kritisiert "schwerwiegende Mängel" im Risikomanagement.

Foto: dpa

Logo der Schweizer Großbank UBS in Zürich. Die Großbank muss sich neue Geschäftsinitiativen künftig von der Aufsichtsbehörde genehmigen lassen
Logo der Schweizer Großbank UBS in Zürich. Die Großbank muss sich neue Geschäftsinitiativen künftig von der Aufsichtsbehörde genehmigen lassen

Die Schweizer Großbank UBS muss nach dem Zockerskandal um ihren Ex-Händler Kweku Adoboli eine Buße von 29,7 Millionen Pfund (36,7 Mio Euro) zahlen. Die britische Finanzaufsichtsbehörde FSA bestrafte die Bank damit für "System- und Kontrollfehler", wie sie am Montag mitteilte. Zugleich wurden der UBS durch die Schweizer Finanzmarktbehörde Finma scharfe Kontrollen im Investmentbanking auferlegt.

Risikomanagement und Kontrollsystem der Investmentbank wiesen "schwerwiegende Mängel" auf, teilte die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht mit.

UBS muss sich Akquisitionen genehmigen lassen

In der Folge verbiete die Behörde der UBS-Investmentbank jetzt Akquisitionen. Zu den Sofortmaßnahmen gehörten auch Kapitalrestriktionen. Außerdem muss die UBS künftig jede wichtige neue Geschäftsinitiative zunächst von der Finma genehmigen lassen.

Die UBS habe als Reaktion auf den Fall eine große Zahl organisatorischer Maßnahmen eingeleitet, um das Risikomanagement und die Kontrollfähigkeiten zu stärken, hieß es in der Finma-Mitteilung.

Finma lässt Fortschritte von Dritten überwachen

Die Schweizer Behörde setze nun einen unabhängigen Untersuchungsbeauftragten ein, um die Fortschritte und den Abschluss des Maßnahmenpakets zu überwachen. Zudem prüfe sie, ob die UBS die Kapitalunterlegung der operationellen Risiken erhöhen müsse.

Unklar war vorerst, ob die von der UBS Ende Oktober angekündigten Bilanzmaßnahmen schon ausreichen, um die Zweifel der Finma auszuräumen. Die UBS hatte damals den Ausstieg aus dem Zinsgeschäft in Aussicht gestellt, wodurch die Bilanz bis 2015 um 30 Prozent reduziert würde. Die Bilanzrisiken (RWA) sollen bis 2017 auf 200 Milliarden Franken sinken, davon sollen dann weniger als 70 Milliarden auf das Investmentbanking entfallen.

UBS-Händler war zu sieben Jahren Haft verurteilt worden

Der Londoner UBS-Händler Adoboli war am vergangenen Dienstag zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das zuständige Gericht in London sprach den 32-Jährigen des Betrugs schuldig. Er brockte der UBS einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar (etwa 1,8 Milliarden Euro) ein.

In dem Gerichtsverfahren hatte er zwar Verluste für die Bank zugegeben, jegliches Fehlverhalten aber bestritten. Die Fehlspekulationen waren im September 2011 aufgeflogen, wenige Tage später musste der damalige UBS-Chef Oswald Grübel zurücktreten.

Quelle: dpa/AFP/Reuters/dma
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