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17.06.09

Hausbau

Der Traum vom eigenen Heim kann billiger werden

Die neue Honorarordnung für Architekten sieht das erste Mal seit fast 14 Jahren einen Anstieg der Honorare um zehn Prozent vor. Für Bauherren muss der Hausbau dennoch nicht teurer werden, denn die Bauherren dürfen ihre Architekten für preiswertes Bauen extra belohnen. Damit sind große Einsparungen möglich.

© LBS
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Deutsche Häuslebauer können sich den Traum vom eigenen Heim künftig günstiger erfüllen. Die jetzt vom Bundesrat verabschiedete neue Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) sieht jetzt erst mal auch ein Bonus-Malus-System vor: Danach erhalten Planer eine Erfolgsvergütung, wenn sie die Baukosten wesentlich senken können.

Die seit fast 14 Jahren unveränderten Honorarvorgaben für Architekten werden durch die neue HOAI zuerst einmal um zehn Prozent angehoben. Auf den ersten Blick könnte sich dadurch der Bau eines Eigenheims künftig verteuern. Schließlich entfallen in der Regel bei einem Architektenhaus fünf bis zehn der Baukosten auf das Honorar des Planers.

Das Bundeswirtschaftsministerium geht in einer Studie davon aus, dass die höheren Architektenhonorare bei öffentlichen Bauvorhaben pro Jahr zu 290 Mio. Euro Mehrkosten führen werden. Der Großteil davon werde mit 175 Mio. Euro bei den Kommunen anfallen. Auf den Bund dürften zusätzliche Kosten von 80 Mio. Euro, auf die Länder Mehrbelastungen von 35 Mio. Euro zukommen.

"Das Ministerium hat bei seiner Berechnung allerdings das neue Bonus-Malus-System der HOAI nicht berücksichtigt", sagt Thomas Maibaum, Justiziar der Bundesarchitektenkammer. Als Anreiz zum Kosten sparenden Bauen sieht die neue Honorarordnung ausdrücklich vor, dass Bauherren mit ihrem Architekten eine erfolgsabhängige Komponente bei dessen Honorierung vereinbaren können.

"Werden die Baukosten gegenüber der ursprünglichen Berechnung durch den Architekten wesentlich gesenkt, erhält der Planer bis zu 20 Prozent des in der HOAI festgelegten Honorars als Erfolgsbonus", erklärt Maibaum. Überschreiten hingegen die Kosten die Planberechnungen, verringert sich das Architektenhonorar um maximal fünf Prozent. Bislang waren die Verträge in der Regel so abgefasst, dass die Vergütungen der Architekten automatisch stiegen, wenn sich die Baukosten verteuerten.

Die Bundesarchitektenkammer geht davon aus, dass viele Bauherren das neue Bonus-Malus-System nutzen werden. Maibaum: "Die Bonuszahlung an den Architekten fällt schließlich nur an, wenn die Kosteneinsparungen die Erfolgsprämie deutlich übersteigen." Als grobe Richtschnur sei davon auszugehen, dass bei einer Kostenersparnis von 10.000 Euro das Architektenhonorar um bis zu 2000 Euro steigen kann. "Damit verbilligt sich die Immobilie für den Bauherren unter dem Strich um 8000 Euro", sagt der Justiziar. Für die Architekten sei damit ein starker Anreiz geschaffen, Bauvorhaben durch Einsatz neuer Technologien und Baustoffe zugunsten der Bauherren zu optimieren. "Die neue HOAI macht die Honorarberechnungen übersichtlicher und wird damit den Anforderungen des Verbraucherschutzes in besonderem Maße gerecht", sagt Lutz Heese, Präsident der Bayerischen Architektenkammer.

Unzufrieden mit der neuen Regelung sind hingegen die Bauingenieure. Für die oft von ihnen erbrachten Beratungsleistungen gibt es nun keine verbindlichen Honorarsätze mehr. Vielmehr müssen sie ihre Vergütung mit dem Kunden frei aushandeln. "Die Ingenieure müssen sich in Einzelfällen auf Einkommenseinbußen einstellen", fürchtet Klaus Rollenhagen, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Beratender Ingenieure. Bei bestimmten Einzelprojekten könnten die Einkommensverluste bis zu 40 Prozent betragen: "Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation, in die viele Planungsbüros durch die Finanzkrise geraten sind, ist das eine Katastrophe."

Auch der Bundesrat hatte bei seiner Entscheidung in der vergangenen Woche Bedenken wegen der Abschaffung der verbindlichen Honorarsätze für beratende Ingenieursleistungen. Die Ländervertretung verlangt deshalb von der Bundesregierung, nach einem Jahr einen Bericht über die Entwicklung und eventuell nötige Anpassungen bei der Honorarstruktur vorzulegen. Damit soll verhindert werden, dass die Ingenieursberufe an Attraktivität verlieren.

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