23.11.12

Mersch-Berufung

EZB-Direktorium bleibt nun doch eine Männerrunde

Der Luxemburger Yves Mersch ist nach langer Hängepartie in das EZB-Direktorium berufen worden. Damit wurde eine Entscheidung des EU-Parlaments umgangen – dieses hatte eine Frau gefordert.

Foto: AFP

Yves Mersch: Das EU-Parlament wollte ihn nicht – trotz seiner geldpolitischen Kompetenz
Yves Mersch: Das EU-Parlament wollte ihn nicht – trotz seiner geldpolitischen Kompetenz

Die monatelange Hängepartie um den verwaisten Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) ist beendet: Nach mehrfacher Verzögerung beriefen die Staats- und Regierungschefs der Eurozone in der Nacht zum Freitag den luxemburgischen Notenbankchef Yves Mersch in das sechsköpfige Gremium, wie EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy auf seiner Twitter-Seite bestätigte.

Damit endet der Dauerstreit um die Personalie anders als vom Europäischen Parlament gewünscht – die Abgeordneten hatten eine weibliche Besetzung der vakanten Stelle verlangt.

Im Oktober hatte das EU-Parlament dem 63-Jährigen trotz unbestrittener Fachkompetenz die Zustimmung versagt, weil es mehr Frauen in Führungspositionen forderte – und das EZB-Direktorium mit Merschs Einzug wegen der langen Amtszeiten nun bis 2018 eine reine Männerrunde bleibt.

Keine Frau im Rat

Auch im 23-köpfigen EZB-Rat, in dem zusätzlich die Zentralbankchefs der 17 Euro-Länder sitzen, ist keine einzige Frau zu finden. Dass das Parlament erstmals einen designierten Kandidat durchrasseln ließ, war für die Mitgliedstaaten zwar ein höchst unwillkommenes Signal, aber kein bindendes Votum.

Mersch leitet die luxemburgische Zentralbank seit 14 Jahren, ist dienstältester Notenbankchef der Eurozone und gilt als geldpolitischer Hardliner.

Quelle: dapd/lw
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