03.10.12

T-Mobile USA

Deutsche Telekom wird Sorgenkind in den USA los

Die Telekom fusioniert ihre US-Tochter mit dem örtlichen Rivalen MetroPCS. Am neuen Unternehmen halten die Bonner 74 Prozent, aber womöglich müssen sie bis zu acht Milliarden Euro abschreiben.

Foto: Bloomberg

Für die Deutsche Telekom zeichnet sich eine Lösung für die schwächelnde US-Tochter ab
Für die Deutsche Telekom zeichnet sich eine Lösung für die schwächelnde US-Tochter ab

Gute Nachricht für die Deutsche Telekom: Das Sorgenkind T-Mobile USA wird mit dem amerikanischen Mobilfunk-Anbieter MetroPCS zusammengeführt. Dazu bringt der Bonner Konzern seine schwächelnde US-Tochter und ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von mehr als 15 Milliarden Dollar in den bisherigen Rivalen ein. Im Gegenzug erhält die Telekom 74 Prozent der Anteile an der börsennotierten MetroPCS.

Die heutigen MetroPCS-Aktionäre bekommen 26 Prozent der Anteile und eine einmalige Barzahlung aus den Mitteln von MetroPCS von rund 1,5 Milliarden Dollar. Das Unternehmen trage auch künftig den Namen T-Mobile, hieß es.

Der Telekom-Aufsichtsrat sowie der Verwaltungsrat von Metro PCS hätten einer entsprechenden Vereinbarung zugestimmt, teilte die Deutsche Telekom am Mittwoch in Bonn mit.

T-Aktie legt zu

Werden die beiden Unternehmen zur Jahresmitte 2013 zusammengelegt, könnten von 2017 an jährlich Kosten von 1,2 bis 1,5 Milliarden US-Dollar eingespart werden, hieß es weiter. Die zuständigen Behörden und die MetroPCS-Aktionäre müssen den Plänen allerdings noch zustimmen. Die beiden Unternehmen hoffen, dass alle erforderlichen Genehmigungen im ersten Halbjahr des kommenden Jahres vorliegen.

Die T-Aktie gewann am Mittwoch 0,8 Prozent. Die Titel von MetroPCS, die in New York am Vortag nach Bekanntwerden der Fusionsgespräche bereits knapp 18 Prozent zugelegt hatten, gaben am Mittwoch einen Teil dieser Gewinne ab und notierten sechs Prozent im Minus.

Durch den Zusammenschluss erhält die Telekom in den USA eine Börsennotierung. Der Konzern hatte immer wieder Pläne durchgespielt, die Tochter abzuspalten und separat an die Börse zu bringen. Wegen der schlechten Wachstumsaussichten in den USA wurden die Pläne jedoch verworfen.

Dem Konzern droht ein hoher Verlust

Für die jetzt anstehende Mobilfunkhochzeit zahlt die Telekom eine teure Mitgift. Da T-Mobile USA nun nicht mehr so hoch bewertet werde wie beim Einstieg des Konzerns vor gut zehn Jahren, müssten voraussichtlich sieben bis acht Milliarden Euro auf das Unternehmen abgeschrieben werden, hieß es. Das werde sich auf das Jahresergebnis niederschlagen.

Genauere Angaben macht die Telekom dazu nicht. Allerdings droht dem Konzern damit ein hoher Verlust in diesem Jahr. 2011 wurde nur ein Überschuss von 560 Millionen Euro erzielt. Die Telekom hatte für den T-Mobile-Vorgänger Voicestream Anfang des Jahrtausends 40 Milliarden Euro gezahlt.

42,5 Millionen Kunden in den USA

Die neue gemeinsame Gesellschaft bietet Mobilfunk-Leistungen für rund 42,5 Millionen Kunden in den USA an. Für 2012 wird der gemeinsame Umsatz auf knapp 25 Milliarden Dollar beziffert. Der gemeinsame Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liege 2012 bei rund 6,3 Milliarden Dollar.

MetroPCS ist die fünftgrößte Mobilfunkfirma in Amerika – die Telekom-Tochter rangiert auf Platz vier, doch das Unternehmen leidet unter einem Kundenschwund. Ein Grund ist, dass Apples iPhone nicht zum Angebot gehört. Zudem ist ein teurer Netzausbau nötig, um mit den steigenden Datenmengen der Smartphones mitzuhalten.

Die Deutsche Telekom war im Dezember mit ihrem Versuch gescheitert, T-Mobile USA an den US-Branchenriesen AT&T zu verkaufen. Damals hatten die US-Wettbewerbshüter Einspruch gegen das 39 Milliarden Dollar schwere Geschäft erhoben, weil sie Nachteile für die Kunden befürchteten.

Zur besseren Auslastung ihrer Mobilfunkmasten in den USA hatte die Telekom am vergangenen Freitag bereits angekündigt, diese an den Betreiber Crown Castle abzugeben, danach aber weiterzunutzen. Das bringe den Angaben zufolge 2,4 Milliarden Dollar ein.

Quelle: dpa/Reuters/koj
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Die Wohnung des Rap-Musikers Bushido  wurde von der Berliner Staatsanwaltschaft durchsucht
21.05.13Rap-Musiker
Verdacht auf Steuerstraftat - Bushidos Privathaus durchsucht

Rapper Bushido sorgt immer wieder für Aufsehen. Jetzt steht er unter Verdacht, eine Steuerstraftat begangen zu haben. Seine Wohnräume wurden aufgrund dessen durchsucht. mehr...


Im Friedrichstadt-Palast wird das Programm für den Gay Pride Month vorgestellt
21.05.13Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Mittwoch

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Mittwoch, den 22. Mai. mehr...


In diesem Supermarkt in der Residenzstraße in Berlin-Wedding wurde der 82-jähriger Mann niedergestochen
21.05.13Wedding
Mann ersticht Kunden an Supermarkt-Fleischtheke

Erneut ist es in Berlin zu einer Gewalttat gekommen: Ein offenbar verwirrter Mann erstach am Dienstag einen 82-jährigen Kunden an der Fleischtheke eines Supermarktes in Gesundbrunnen. mehr...


Erfolgstrainer: Der Niederländer Jos Luhukay übernahm Hertha im Sommer 2012 in Liga zwei und führte die Berliner zurück in die Bundesliga.
21.05.13Bis 2016
Hertha verlängert mit Erfolgstrainer Jos Luhukay

Die Berliner verkünden die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Luhukay um zwei Jahre auf der Mitgliederversammlung. Sie ist ein Zeichen dafür, dass Hertha aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt… mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Die Halbjahresbilanz der Deutschen Telekom
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Tornado in Oklahoma Familie filmt die Zerstörung aus dem Sturmkeller
Umzug Karneval der Kulturen 2013 - Berlin ist bunt
Unwetter Starke Tornados wüten in vier US-Bundesstaaten
Der Futiklub Absolutely Ferguson
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote