EU-Plan
Banken sollen Provisionen an Kunden abtreten
Eine geplante EU-Verordnung sorgt für Wirbel in der Finanzbranche. Angeblich will Brüssel die Banken zwingen, bei Vermittlung von Finanzprodukten, die Erfolgsprovision an die Kunden abzutreten.
Die EU will einem Zeitungsbericht zufolge die Banken zur Weitergabe von Provisionen für Finanzprodukte an ihre Kunden zwingen. Im "Tagesspiegel" heißt es, dies sei der aktuelle Stand der Diskussion über die europäische Finanzmarktrichtlinie Mifid II.
"Das wäre das Ende der durch Provisionen manipulierten Beratung", sagte der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold der Zeitung. "Wenn die Banken ihre Provisionen durchreichen müssen, führt das zu Produkten, die den Anlegern einen Mehrwert bieten", sagte der zuständige Berichterstatter im Europaparlament, Markus Ferber (CSU).
Fondsgesellschaften oder Wertpapier-Emittenten bezahlen den Geldhäusern großzügige Belohnungen für erfolgreiche Vertragsabschlüsse. Logisch, dass die Berater angehalten sind, möglichst provisionsträchtige Papiere zu empfehlen, sagte Manfred Westphal, Bankexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, dem "Tagesspiegel".
Griff ins Portemonnaie der Berater
Der Schaden, der deutschen Anlegern durch Falschberatung der Banken entsteht, belaufe sich nach Aussagen der Zeitung auf 20 bis 30 Milliarden Euro im Jahr. Auch in der jüngsten Untersuchung der Stiftung Warentest erhielten die Berater ein vernichtendes Urteil. "Nur drei Institute waren befriedigend, der Rest ausreichend oder mangelhaft", berichtete Testerin Stephanie Pallasch.
Am Mittwoch berät der Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments über den Vorschlag, wie es in der Zeitung weiter heißt. Im Oktober solle es eine Einigung im Ministerrat geben, 2013 soll die Richtlinie verabschiedet werden. Die Banken und Sparkassen äußerten sich gegenüber der Zeitung kritisch zu den EU-Plänen.
"Die Deutsche Kreditwirtschaft setzt sich nachdrücklich dafür ein, die provisionsbasierte Beratung und Honorarberatung gleichberechtigt bestehen zu lassen", sagte Steffen Steudel, Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).















