19.07.12

Bonds

Euro-Krise verteuert Spaniens Anleihenzinsen

Frankreich und Spanien haben neue Staatsanleihen ausgegeben. Investoren verlieren zunehmend das Vertrauen in die Spanier, was sich an steigenden Zinsen zeigt. Ganz anders ist die Lage in Frankreich.

Foto: DAPD
Die Finanzierungskosten für Spaniens Staatsschulden steigen weiter. Für den Zusammenhalt der Euro-Zone ist das ungünstig
Die Finanzierungskosten für Spaniens Staatsschulden steigen weiter. Für den Zusammenhalt der Euro-Zone ist das ungünstig

Spaniens Kosten für länger laufende Schulden haben sich noch einmal stark erhöht. Das Land sammelte am Donnerstag beim Verkauf von Anleihen insgesamt rund drei Milliarden Euro ein, musste die Investoren aber mit deutlich höheren Zinsen ködern als zuletzt.

Die durchschnittliche Rendite bei Papieren mit Laufzeit bis 2014 stieg auf 5,2 von 4,3 Prozent bei einer vorigen Emission. Bei Bonds mit Laufzeit bis 2017 kletterte die Rendite auf etwa 6,46 (zuletzt: 6,07) Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Einführung des Euro.

Bei Anleihen bis 2019 stieg die Rendite auf 6,7 (zuletzt: 4,8) Prozent. Bei den Auktionen war die Nachfrage der Anleger höher als das Angebot, das Interesse aber insgesamt nicht mehr so groß wie zuletzt.

"Sie haben verkauft, was sie verkaufen wollten, das ist das einzig Gute daran", sagte Analyst Marc Ostwald von Monument Securities zu der Emission. Das relativ geringe Interesse der Anleger sei alles andere als eine Überraschung.

Euro fällt nach Spanien-Auktion auf Tagestief

Die Spanien-Auktion drückte den Euro auf ein Tagestief von 1,2260 Dollar. Vor der Emission der länger laufenden Papiere hatte die Gemeinschaftswährung bei 1,2275 Dollar notiert.

Am Sekundärmarkt kletterte die Rendite der zehnjährigen spanischen Staatsanleihen über die kritische Sieben-Prozent-Marke, nachdem sie zuvor bei 6,988 Prozent gelegen hatte. "Die Auktion verlief eigentlich wie erwartet", sagte Sebastian von Koss, Analyst bei HSBC Trinkaus.

Frankreich bekommt Geld für Mini-Zinsen

Anders als Spanien profitiert Frankreich von der Unsicherheit in der Euro-Zone und bekommt Geld zu Traumkonditionen. Das Land verkaufte am Donnerstag Anleihen über insgesamt 8,96 Milliarden Euro und musste den Investoren deutlich geringere Zinsen bieten.

Die durchschnittliche Rendite bei Papieren mit Laufzeit bis 2015 lag bei nur 0,12 Prozent und bei Papieren bis 2016 bei 0,53 Prozent. Bei Bonds mit Laufzeit bis 2017 erhielten Anleger eine Durchschnittsrendite von 0,86 Prozent.

In der Schuldenkrise meiden viele Investoren risikoreiche Anlagen und verzichten damit auf höhere Renditen. Dies führte wiederholt dazu, dass etwa Deutschland, die Niederlande, Frankreich und jüngst auch der Rettungsfonds EFSF bereits Prämien fürs Schuldenmachen erhielten statt die Investoren mit Renditen ködern zu müssen.

Quelle: Reuters/dma
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