Währungen
Euro fällt erstmals seit 2010 unter 1,22 Dollar
Das Vertrauen in Europas Währung bröckelt. Der Kurs des Euro rutscht auf ein Zwei-Jahres-Tief. Aber auch aus den USA kommen keine guten Nachrichten, was kräftige Verluste an den Börsen auslöst.
Die Schuldenkrise in Europa macht dem Euro weiter schwer zu schaffen. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel im Vergleich zum Dollar auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren: Ein Euro war gegen Mittag 1,2185 Dollar wert. Das ist alleine zum Vortag ein Minus von 0,5 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 30. Juni 2010.
Die Gemeinschaftswährung hatte ihren Sinkflug Ende vergangener Woche begonnen, als enttäuschende US-Arbeitslosenzahlen vermeldet wurden. Anleger fürchten nun, dass China am Freitag ein schwächeres Wirtschaftswachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt verkündet.
Zudem glauben die Anleger offenbar nicht, dass die Maßnahmen in Europa gegen die Krise ziehen werden. Die wichtige deutsche ESM-Entscheidung verzögert sich. Die Risikoaufschläge auf italienische und spanische Staatsanleihen stiegen erneut. Die italienische zehnjährige Anleihe notierte nach Bloomberg-Angaben bei 5,82 Prozent, die spanische bei 6,59 Prozent.
US-Notenbank Fed enttäuscht
Zudem enttäuschte die US-Notenbank Fed die Anleger. Die Fed habe keine Signale für eine unmittelbar bevorstehende, weitere Lockerung der Geldpolitik gegeben und das belaste die Börsen, hieß es einhellig von Marktteilnehmern. Am Vorabend hatte die US-Notenbank das Protokoll ihrer jüngsten Sitzung veröffentlicht. Laut Investmentanalyst Ralph Herre von der LBBW ist am Markt Ernüchterung eingekehrt.
In dieser Situation legen die Investoren ihr Geld daher lieber in Währungen an, die sie für stabiler halten — den Dollar und den Yen. Auch die japanische Währung gewann im Vergleich zum Euro am Donnerstag erneut an Wert — und erreichte mit 96,59 Yen pro Euro den höchsten Wert seit November 2000, also seit fast zwölf Jahren.
Dax notiert kräftig im Minus
Auch die Börsen hatten mit Verlusten zu kämpfen. Der Dax lag am Nachmittag 0,9 Prozent im Minus bei 6400 Punkten. Die Gewinnerliste im Dax führten Metro mit einem Aufschlag von 3,2 Prozent an. Sie stiegen im Sog der Aktien des Konkurrenten Carrefour, die in Paris um sechs Prozent kletterten. Der französische Handelskonzern hatte Umsatzzahlen für das zweite Quartal vorgelegt, die leicht über den Analystenerwartungen gelegen hatten.
PSA-Aktien gefragt
Europaweit gefragt waren auch Autowerte, allen voran die Papiere des französischen Autobauers PSA Peugeot Citroen. Die PSA-Titel kletterten in Paris um knapp drei Prozent, nachdem der Konzern angekündigt hatte, im Kampf gegen die europäische Schuldenkrise noch einmal 8000 Jobs zu streichen. Die Aktien des Konkurrenten Renault gewannen ein Prozent, VW stiegen um 1,3 Prozent.
Schlusslicht im Dax waren die Aktien von SAP mit einem Abschlag von drei Prozent. Die Papiere des Softwarekonzerns hatten allerdings am Vortag mit einem Plus von zwei Prozent noch zu den größten Gewinnern gezählt.
















