03.06.12

Finanzunion

Monti hält Euro-Bonds für unausweichlich

Egal wie sehr die Bundesregierung sich dagegen stemmt: Italiens Regierungschef Mario Monti ist überzeugt, dass die Euro-Bonds bald kommen – in der einen oder anderen Form.

Foto: AFP
Italiens Premierminister Mario Monti glaubt, dass Europa enger zusammenrückt. Eine gemeinsame Anleihe wird es dann auch geben
Italiens Premierminister Mario Monti glaubt, dass Europa enger zusammenrückt. Eine gemeinsame Anleihe wird es dann auch geben

Italiens Ministerpräsident Mario Monti zeigt sich trotz der ablehnenden Haltung Deutschlands überzeugt von einer baldigen Einführung von Euro-Bonds. "Ich glaube, wir werden Euro-Bonds in der einen oder in der anderen Form bekommen, weil unsere Union immer integrierter wird", sagte Monti der griechischen Zeitung "To Vima".

Es müsse aber klar sein, dass diese Bonds dann keine Lizenz dafür seien, Geld auszugeben und die Lasten anderen aufzubürden. Es wäre vielmehr der Versuch, eine Wirtschafts- und Fiskalunion auf eine gesündere und glaubwürdigere Basis zu stellen.

Euro-Bonds senken Zinslasten von Italien und Spanien

Monti bekräftigte damit frühere Forderungen. Deutschland lehnt Euro-Bonds hingegen ab. Das Thema Euro-Bonds, also gemeinschaftliche Anleihen aller Euro-Staaten, ist derzeit ein beherrschendes Thema in der Debatte über einen Ausweg aus der Schuldenkrise.

Mit den gemeinsamen Papieren würden die Zinslasten von Krisenländern wie Spanien und Italien sinken. Deutschland müsste indes für seine Refinanzierung mehr bezahlen. Monti äußerte sich in der Zeitung zudem zuversichtlich, dass Griechenland in der Euro-Zone bleiben wird.

Monti fordert direkte Bankenhilfe aus dem ESM

Und das ist nicht die einzige Forderung Montis, die die deutsche Bundesregierung erzürnt. Erst vor wenigen Tagen verlangte Monti, dass Kanzlerin Angela Merkel den Weg zu direkter Bankenhilfe aus den Euro-Rettungsfonds freimachen müsse. Deutschland müsse "gründlich aber schnell" über die Instrumente zur Eindämmung der Schuldenkrise nachdenken, mahnte Monti in einer Videoansprache. Gebe es nicht schnelle Entlastung, dann stehe die Sparpolitik auf der Kippe.

Mit Blick auf die spanische Regierung, der wegen ihrer pleitebedrohten Banken das Wasser bis zum Hals steht, habe schnelle Hilfe aus den Fonds "besondere Bedeutung" erhalten, sagte Monti.

Merkels Sprecher Steffen Seibert dem Ruf eine Absage erteilt: Die Position sei "unverändert und sie lautet Nein". Die Kanzlerin selbst zeigte sich im Grundsatz beweglicher. Für die Fortentwicklung der EU dürfe es "keine Denkverbote geben", sagte sie. Doch damit meinte sie keine kurzfristigen Maßnahmen.

Quelle: Reuters/dapd/dma
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