27.04.12

Schuldenkrise

Spanien holt die Euro-Krise erneut an die Börse

Die Angst vor einer Verschärfung der Euro-Krise flammt erneut auf. Nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's Spaniens Bonität um zwei Noten herabgestuft hat, reagieren die Investoren nervös.

Foto: dpa
Wertpapierbörse Frankfurt
Börsenhändler in Frankfurt: Spanien-Krise macht die Anleger nervös

Nach seiner dreitägigen Erholungsserie haben die wichtigsten deutschen Aktienindizes zunächst Verluste verbucht, sind dann binnen der ersten Handelsstunde aber größtenteils ins Plus gedreht. Die Stimmung war anfangs unter anderem belastet durch die Abstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch Standard & Poor's, wie Stratege Stan Shamu von IG Markets sagte.

Der deutsche Leitindex Dax stand zuletzt noch einem halben Prozent im Minus bei 6706 Punkten. Der MDAX rückte gezogen von guten Continental-Zahlen um 0,35 Prozent auf 10 799 Punkte vor, und auch der TecDax kletterte um 0,31 Prozent auf 789 Punkte.

Größte Verlierer sind Finanzwerte

Nach der Abstufung Spaniens steht laut Börsianern nun im Verlauf noch eine Auktion italienischer Staatsanleihen im Blick, die die Märkte noch mal in Bewegung bringen dürfte. Impulse werden am Nachmittag zudem von wichtigen Konjunkturdaten wie etwa dem Bruttoinlandsprodukt der USA erwartet.

Im Blick standen am Morgen auch zahlreiche Unternehmen mit Zahlen, die zum Teil über den Erwartungen lagen. Gleichwohl gerieten die meisten Papiere im Dax zunächst unter Druck. BASF-Titel verbilligten sich nach einem schwächeren Jahresauftakt um mehr als zwei Prozent und waren damit einer der größten Verlierer im Leitindex.

Auch die Aktien von Daimler und Deutsche Börse gaben nach Zahlen nach. Im MDAX zogen Continental-Papiere mit einem Aufschlag von über dreieinhalb Prozent an die Index-Spitze.

Euro-Kurs fällt nach Spanien-Herabstufung

Der Kurs des Euro ist nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit von Spanien durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) unter die Marke von 1,32 US-Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,3181 Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7587 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3215 Dollar festgesetzt.

Der Euro geriet bereits im asiatischen Handel unter Druck und sank um rund 0,5 Cent. Dass die Regierung der Niederlande jetzt doch noch eine Mehrheit für ihren Sparhaushalt gefunden hat, dürfte die Stimmung kaum aufhellen. Im Nachmittagshandel werden noch erste Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal veröffentlicht.

Italien muss höhere Zinsen zahlen

Nach der Herabstufung Spaniens gerät auch Italien bei seiner Refinanzierung wieder stärker unter Druck. Das Land musste bei der Platzierung von Staatsanleihen Investoren so hohe Zinsen zahlen wie seit Januar nicht mehr.

Italien sammelte 5,95 Milliarden Euro ein, geplant waren 3,75 bis 6,25 Milliarden Euro. Für zehnjährige Papiere stieg die Durchschnittsrendite auf 5,84 Prozent und lag damit höher als bei einer ähnlichen Auktion im März mit 5,24 Prozent.

Die Emission war 1,48-fach überzeichnet, zuvor war es 1,65-fach. Die Rendite der Papiere mit Laufzeit bis 2017 stieg auf 4,86 Prozent, nach 4,18 Prozent im März. Diese Auktion war 1,34-fach überzeichnet.

Analysten bezeichneten die italienische Auktion vor diesem Hintergrund weitgehend als solide. "Es sieht besser aus als der Markt erwartet hatte", sagte Achilleas Georgolopoulos von der Lloyds Bank in London. Auch Michael Leister, Zinsstratege von der DZ Bank, betonte: "Es gab wenigstens keine weiteren schlechten Nachrichten."

Quelle: dpa/Reuters/tat
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