Wall Street
US-Börse schließt dank Technologiewerten im Plus
Der Technologiesektor hat der New Yorker Wall Street zu Gewinnen verholfen. Der weltgrößte Halbleiterkonzern Intel gab nach Börsenschluss seine Quartalszahlen bekannt und sorgte bereits im Vorfeld für gute Stimmung bei den Anlegern. Zwischenzeitlich erklomm der Leitindex Dow Jones ein 15-Monats-Hoch.
Die US-Börsen sind am Donnerstag ungeachtet schwacher Konjunkturdaten mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. In Erwartung eines erfreulichen Geschäftsberichts des weltgrößten Chipherstellers Intel seien schwache Einzelhandels- und Arbeitsmarktdaten weitgehend ignoriert worden, hieß es am Markt. Der Leitindex Dow Jones erklomm zeitweise bei rund 10 724 Zählern ein 15- Monats-Hoch. Neben Technologie-Titeln zogen zudem auch Aktien der Banken- und Pharmabranche die Indizes hoch.
Der Dow Jones (DJIA) schloss mit plus 0,28 Prozent auf 10 710,55 Punkten. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 0,24 Prozent auf 1148,46 Punkte. An der Nasdaq rückte der Composite-Index um 0,38 Prozent vor auf 2316,74 Zähler. Der Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 0,02 Prozent auf 1886,52 Zähler.
Dass die Einzelhandelsumsätze im Dezember überraschend gesunken statt gestiegen waren, erinnere "in aller Deutlichkeit daran, dass der Erholungsprozess lang und beschwerlich wird und dass das Vertrauen längst noch nicht wieder hergestellt ist", sagte Marktstratege David Buik von BGC Partners in London.
Gute Quartalsbilanz für Intel
Mit wachsender Spannung wurden die Geschäftszahlen von Intel zum vierten Quartal erwartet, die nach Börsenschluss bekannt gegeben werden. Die Bilanz des Chipherstellers gelte als der "wahre Start der Berichtssaison" in den USA, hob Marktstratege Jim Reid von der Deutschen Bank hervor. Die Hoffnung auf ein gutes Ergebnis von Intel habe die Technologiewerte insgesamt angetrieben, hieß es. Intel gewannen 2,34 Prozent auf 21,45 US-Dollar. Cisco Systems legten um 1,22 Prozent auf 24,94 Dollar zu und IBM stiegen um 1,60 Prozent auf 132,31 Dollar.
In den Blick der Anleger rückten erneut auch die Bankenwerte. US-Präsident Barack Obama bittet die Geldinstitute zur Kasse. Er schlägt vor, dass die größten Geldinstitute an der Wall Street rund 117 Milliarden Dollar (24,5 Mrd Euro) an Rettungsgeldern zurückzahlen sollen, mit denen die Regierung sie während der Finanzkrise vor dem Ruin bewahrt hatte. "Wir wollen unser Geld zurück, und wir werden es zurückkriegen", sagte Obama im Weißen Haus.
Zugleich ließ der Präsident durchblicken, dass sein Vorschlag auch eine Antwort auf die Entscheidung der Banken ist, erneut schwindelerregende Bonuszahlungen zu verteilen.
Dessen ungeachtet stiegen die Aktien der Bank JPMorgan, die an diesem Freitag ihre Quartalsergebnisse bekannt geben wird, um 0,99 Prozent auf 44,69 Dollar. Die Anteilsscheine der Bank of America legten um 1,20 Prozent zu auf 16,82 Dollar und die der Citigroup gewannen 0,29 Prozent auf 3,51 Dollar.
Unter den Pharmawerten legten die Titel von Merck & Co. nach einem fast vierprozentigen Kursplus am Vortag weiter zu und notierten erneut an der Dow-Spitze. Die Aktien, die am Donnerstag von der Schweizer Großbank Credit Suisse hochgestuft worden waren, gewannen 2,72 Prozent auf 39,99 Dollar.
Der Kurs des Euro zeigte sich zum US-Handelsschluss kaum bewegt. Die europäische Gemeinschaftswährung pendelte im New Yorker Handel weiter um die Marke von 1,45 US-Dollar, nachdem bereits die Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Nachmittag so gut wie keinen Einfluss auf sie hatte. Zuletzt kostet der Euro 1,4499 Dollar. Richtungweisende zehnjährige US-Anleihen profitierten von enttäuschenden Konjunkturdaten und rückten um 14/32 Punkte vor auf 971/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 3,737 Prozent.














