Rezession
Autovermieter Sixt stutzt Gewinnprognose
Die Rezession wird den Autovermieter Sixt zum Jahresende ausbremsen. Im dritten Quartal stieg der Umsatz zwar um zehn Prozent auf 409 Millionen Euro, der Vorsteuergewinn brach jedoch um ein Viertel auf 30 Millionen Euro ein. Das muss der Vermieter jetzt ausgleichen: Sixt hat deshalb die Preise für Privatkunden angehoben.
Der Autovermieter Sixt hat unter anderem wegen steigender Kosten und seine Gewinnprognose für das laufende Jahr zurückgestutzt. Trotz steigender Umsätze werde der Gewinn vor Steuern 2008 um gut ein Viertel auf 100 Millionen Euro zurückgehen, meldete das Unternehmen. Zuletzt war Sixt noch von einem Vorsteuergewinn von bis zu 125 Millionen Euro ausgegangen.
Höhere Kosten durch die Aufstockung der Flotte sowie für Reparaturen, Treibstoffe und Fahrzeugtransporte lasteten auf dem Ergebnis, heißt es im Quartalsbericht. Zugleich seien die angestrebten Preiserhöhungen derzeit am Markt nicht durchsetzbar. "Insgesamt sind die Rahmenbedingungen für die Sixt-Geschäfte im dritten Quartal und im bisherigen Verlauf des vierten Quartals dieses Jahres noch einmal schwieriger geworden."
Für das kommende Jahr zeigte sich Firmenchef Erich Sixt skeptisch. Auch 2009 werde Sixt mehr für seinen Fuhrpark ausgeben müssen.
Im dritten Quartal war der Umsatz nach Unternehmensangaben zwar um zehn Prozent auf 409 Millionen Euro gestiegen, der Vorsteuergewinn brach jedoch um ein Viertel auf 30 Millionen Euro ein.
Um den Verlust aufzufangen, hat Sixt in den vergangenen Tagen die Preise für Privatkunden angehoben. Sein Haus habe die Leihgebühren in diesem Segment um fünf Prozent aufgestockt, sagte Firmenchef Erich Sixt. Die Konkurrenten hätten die Preise ihrerseits um bis zu zehn Prozent gesteigert.
Allerdings sorgten Privatkunden bei Sixt lediglich für 30 Prozent des Umsatzes. "Es bleibt abzuwarten, ob sich bei Firmenkunden auch Preiserhöhungen durchsetzen lassen." Er mache sich auf harte Verhandlungen mit den Einkäufern der Kunden gefasst, strebe aber auch für sie eine Preiserhöhung von fünf Prozent an.
Um die Kosten für die Flotte zu drücken, wolle das Unternehmen die Auslastung weiter erhöhen und den Autoherstellern höhere Rabatte abknöpfen.
Sixt wirft Banken Sauerei vor
Sixt kritisierte Bundesregierung und Banken unterdessen scharf. Es sei "eine Sauerei", dass die Regierung die Bilanzierungsregeln nur für eine einzige Branche erleichtert habe, sagte Sixt. Und es sei skandalös, dass die Banken jetzt auf 380 Milliarden Euro Liquidität säßen und der übrigen Wirtschaft Kredite zu vernünftigen Konditionen trotzdem verweigerten. Das zeige, "was passiert, wenn Politiker überhastet handeln", sagte Sixt.
Die Banken gäben die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht an ihre Kunden weiter. Hier müsse die Politik handeln. Trotz vieler Horrormeldungen könne er "die Hysterie, die ausgebrochen ist, nicht ganz begreifen", sagte der 64-jährige Unternehmer. Er habe schon schlimmere Krisen erlebt. "Wir bekommen eine Rezession nur, weil wir eine Rezession wollen, weil jeder davon spricht", sagte Sixt.
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