Autobau in Wolfsburg
Volkswagen setzt offenbar den Rotstift an
Konzernchef Martin Winterkorn reagiert einem Magazinbericht zufolge auf die dramatisch sinkenden Verkaufszahlen und verordnet Volkswagen ein Sparprogramm. Zunächst sollen alle Sponsor-Aktivitäten geprüft werden. Eine ähnliche Radikalkur gab es schon einmal in der Vergangenheit.
Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn will einem Magazinbericht zufolge wegen der Absatzkrise auf den Automärkten in den kommenden Monaten bei der Stammmarke VW den Rotstift ansetzen und lässt gegenwärtig ein neues Sparprogramm vorbereiten. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" vorab berichtet, soll dazu Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch Sparmaßnahmen nach dem Vorbild des früheren Kostensenkungsprogramms "ForMotion" sondieren.
Um ein negatives Image zu vermeiden, werde man die Spar-Aktionen aber still und heimlich durchführen und kein offizielles Sparprogramm vorstellen. Einem VW-Sprecher zufolge sei ein neues Restrukturierungsprogramm nicht geplant.
In einem ersten Schritt werden laut "Capital" sämtliche Sponsoring-Aktivitäten von VW durchleuchtet, um einen zweistelligen Millionenbetrag einzusparen. "Bis auf das Fußball-Engagement steht jedes Sponsoring infrage", habe ein VW-Insider dem Magazin gesagt. Dem Bericht zufolge wird VW sein Engagement bei den Berliner Filmfestspielen "Berlinale" spürbar zurückfahren und unter anderem die Kultparty "People's Night" ab dem kommenden Jahr streichen.
"Unser Konzern kann sich davon trotz passender Produktpalette und seiner Spitzenposition in vielen Wachstumsmärkten nicht abkoppeln. Aber ich bin sicher: Wir werden auf jeden Fall besser als der Wettbewerb abschneiden und weiter Marktanteile gewinnen", sagte Winterkorn dem Magazin "auto motor und sport", ebenfalls in einem Vorabbericht.
Winterkorn machte sich für ein Abwrackprämie stark, um der lahmenden Autonachfrage auf die Sprünge zu helfen. "Was wir jetzt brauchen, sind Maßnahmen, die schnell greifen." Die von der Bundesregierung beschlossene zweijährige Steuerbefreiung sei positiv, allerdings stellten die damit verbundenen finanziellen Erleichterungen von einigen Hundert Euro für die Verbraucher eher einen psychologischen Anreiz dar.
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