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13.08.08

Eigentum

So viel kosten Ferien-Immobilien an der Ostsee

Die Makler zwischen Kühlungsborn und Usedom machen derzeit gute Geschäfte. Denn Ferienwohnungen und -häuser in Deutschland sind mittlerweile wieder attraktiv. Doch die Preise in den verschiedenen Ostsee-Orten sind sehr unterschiedlich. Morgenpost Online zeigt, wie viel die eigenen vier Wände in Meernähe kosten.

© dpa
Ferienhäuser mit Reetdächern an der der Ostsee.

Die Ostsee-Küste in Mecklenburg-Vorpommern steht ganz oben in der Gunst der Immobilienkäufer. Makler Stefan Renner von Engel & Völkers in Rostock berichtet von einer hohen Nachfrage vor allem von betuchten Kunden aus Frankfurt/Main, München oder auch Nordrhein-Westfalen. Sein Marktgebiet geht von Kühlungsborn im Westen von Rostock bis zur Halbinsel Darß im Osten. Vor allem die Orte auf dem Darß und dem schmalen Fischland seien sehr gefragt. "Die Preise auf Sylt sind etwa doppelt so hoch wie in der Region um Rostock herum", sagt Renner. Er habe gerade Objekte im Wert von zwei Mio. Euro in Verkaufsverhandlungen. In Wustrow unweit von Ahrenshoop auf dem Fischland hat sich der Engel&Völkers-Mann denn auch gleich ein Büro eingerichtet. In Rostock, Warnemünde und Kühlungsborn hat er weitere Dependancen und 15 Mitarbeiter fest angestellt. "Vieles geht gar nicht über Inserate sondern eigentlich unter dem Ladentisch weg", berichtet Makler Renner. "Die meisten Käufer machen in der Region Urlaub und schauen gleich nach einer passenden Immobilie."

Die Region um die alte Hansestadt ist über die neue Autobahn A 20 und den Schienenverkehr sehr gut erschlossen. Im Küstenort Warnemünde, der in diesem Jahr 145 Mal von Kreuzfahrtschiffen mit Zehntausenden von Touristen - darunter erstaunlich vielen Amerikanern – frequentiert wird, kostet der Quadratmeter Ferienwohnung in der ersten Reihe mit Meerblick schon bis zu 6000 Euro. Aber das sind Einzelfälle in neuen Häusern, die eher selten sind, weil unmittelbar an den Küsten schon längst kein Bauland mehr zur Verfügung steht. Im Lotsenhaus in exponierter Lage gegenüber dem Warnemünder Kreuzfahrtterminal sind es 3000 Euro.


Auf dem Darß wiederum werden für gute Lagen schon 4500 Euro je Quadratmeter verlangt. Ein kleines Reetdachhaus geht nach Angaben von Makler Renner dort von zwischen 500.000 bis zur einer Million Euro an neue Besitzer.


Freistehende Domizile sind allerdings schon Mangelware, was verständlich ist, in einer Region mit vielen Naturschutzgebieten. Die attraktivsten Lagen sind die an den Boddengewässern: Das offene Meer im Rücken haben die meisten Ferienhäuser einen phantastischen Blick und viel Ruhe, zumal wie in den Bilderbuch-Dörfern Wieck und Born nicht gerade Massentourismus herrscht.

Die Gemeinden haben sich rausgeputzt

Doch es gibt sie auch schon – die Bausünden, die an der Ostsee-Küste in Schleswig-Holstein seit Jahren zu besichtigen sind. In den Ostseebändern Kühlungsborn, Zingst und Prerow ist mit massenhaften Neubauten schon zuviel des Guten getan worden. Auffällig ist allerdings, dass sich fast alle Gemeinden in der Region herausgeputzt haben und wie Dierhagen und Graal-Müritz von Publikum gut angenommen werden.

Makler Renner, der seit vier Jahren hier im Geschäft ist, ist jedenfalls "sehr zufrieden". Er spricht nicht gerade vom Boom aber von einer soliden Entwicklung.


Denn immer noch ist die Situation für Käufer günstig: "Sowohl bei den Preisen für Häuser als auch bei denen für Eigentumswohnungen ist mittelfristig in Rostock mit einer relativ schwachen Entwicklung zu rechnen" sagt Wolfgang Kubatzki, Leiter Real Estate, beim Beratungsunternehmen Feri Rating & Research, das gerade im Juni die Region untersucht hat. Das Stadtgebiet umfasst auch die touristisch gut erschlossene Küstenregion um Warnemünde. Bei familiengerechten und preisgünstigen Häusern wie auch beim Bauland gebe es ein ausreichendes Angebot, sagt Feri-Experte Kubatzki. "Deshalb sind trotz der stabilen Nachfrage auch in den kommenden Jahren Engpässe auszuschließen".


An A-Standorten an der Ostsee wie Kühlungsborn und dem Darß werden sich die Preise für Ferienimmobilien angesichts des bereits erreichten Niveaus auch nicht mehr so schnell entwickeln, meinen Experten. Dagegen könnten sie bei den so genannten B-Standorten wie Graal-Müritz noch steigen. Dort bietet ein größerer Projektentwickler gegenwärtig neue Ferienwohnungen je nach Größe für 94.300 bis 251.000 Euro netto an.

Ausschlaggebend für die Preisentwicklung in der gesamten Ostsee-Region in Mecklenburg-Vorpommern wird natürlich auch die Zahl neuer Projekte sein, die von den Gemeinden genehmigt werden. Angesichts der hohen Auflagen der Kommunen wird aber damit gerechnet, dass die Zahl größerer neuer Vorhaben wohl eher abnehmen werde.

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