Preisschock
Gaspreise steigen so stark wie noch nie zuvor
Die Energieversorger heben zum 1. September erneut die Preise für Gaskunden an. Mehr als 110 Versorger verteuern ihre Tarife. Die größte Steigerung liegt bei fast 30 Prozent. Für eine durchschnittliche vierköpfige Familie bedeutet das eine Mehrbelastung von rund 370 Euro im Jahr.
Die Gaspreise in Deutschland steigen in diesem Sommer so stark wie noch nie. Nach einer am Dienstag vom Verbraucherportal Toptarif veröffentlichten Marktübersicht werden zum 1. September erneut mehr als 110 Energieversorger ihre Preise erhöhen. Seit Juni hätten damit mehr als 350 Energieversorger Anhebungen angekündigt oder bereits durchgeführt.
Im Schnitt betrugen die Preissteigerungen in diesem Sommer Toptarif zufolge 11,5 Prozent. Für einen Durchschnittshaushalt mit vier Personen bedeute dies eine Mehrbelastung von rund 162 Euro pro Jahr. Doch gebe es auch Anhebungen um bis zu 29 Prozent. Für den September haben nach Angaben des Verbraucherportals mehr als 20 Unternehmen Preissteigerungen jenseits der 20 Prozent-Marke angekündigt. Das Verbraucherportal geht davon aus, dass die Gaspreise bis Jahresende bundesweit um durchschnittlich 20 Prozent erhöht werden.
Schon im Vormonat August hatten 104 Anbieter nach Angaben des Verbraucherportals Verivox Preiserhöhungen angekündigt. Auch Verivox rechnet mit einer durchschnittlichen Preisanhebung von 20 Prozent bis Jahresende. "Wir gehen davon aus, dass die Gaspreise bis Jahresende um durchschnittlich 20 Prozent erhöht werden", so Verivox-Experte Peter Reese. Die gestiegenen Ölpreise würden auch in den kommenden Monaten für "drastisch steigende Gaspreise" sorgen.
Der Energieexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Holger Krawinkel, rät den Verbrauchern zum Energiesparen. Für Eigenheimbesitzer sei dies zwar leichter, aber auch Mieter könnten Druck auf Wohnungsbaugesellschaften oder den Vermieter ausüben, um entsprechende Dämm- und Modernisierungsmaßnahmen durchzusetzen.
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