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26.07.08

Flugreisen

So kommen Sie um den Lufthansa-Streik herum

Mitten in der Hauptreisezeit, ab Montag, wird es bei Deutschlands größter Fluggesellschaft umfangreiche Streiks geben. Von dem unbefristeten Ausstand werden auch Tausende Lufthansa-Passagiere in Berlin betroffen sein. Was also tun, wenn es einen erwischt? Morgenpost Online gibt zehn Tipps.

© dpa
Streik bei Lufthansa beginnt am Montag

1. Informieren Sie sich über Ihren Flug.

Einzelheiten über annullierte oder verschobene Lufthansa-Flüge bekommen Sie bei der Telefonhotline 0800/850.60.70, die Lufthansa extra für diesen Streik eingerichtet hat, oder unter der Servicenummer 01805/83.84.26. Im Internet ( www.lufthansa.com , Menüpunkt "Fluginformationen") sind alle Flüge aufgelistet, die am jeweiligen Tag annulliert werden.

2. Nehmen Sie den Zug.

Für innerdeutsche Verbindungen können Sie mit Ihrem Lufthansa-Ticket in jeden Zug der Deutschen Bahn steigen – die DB erkennt den Flugschein als Fahrschein an. Wichtig: Dafür müssen Sie im Besitz eines Papiertickets sein. Der Schaffner behält im Zug den Flugcoupon ein. Haben Sie ein elektronisches Ticket, müssen Sie sich am Check-in-Schalter ihres Flughafens einen Voucher abholen, bevor Sie in den Zug steigen. Eine Buchungsbestätigung reicht nicht.

3. Buchen Sie um.

Ist Ihr Flug gestrichen, buchen Sie um, bevor Sie ins Chaos am Flughafen geraten. Das können Sie am besten und weitgehend stressfrei in einem Lufthansa-City-Center oder im Reisebüro erledigen. Umbuchungen sind – ohne Aufpreis – auch auf Flüge anderer Gesellschaften möglich.

4. Fliegen Sie später.

Prüfen Sie, ob Sie nicht zu einem späteren Zeitpunkt fliegen können. Lufthansa erstattet nicht genutzte Tickets voll und bucht – auch bei eigentlich nicht umbuchbaren Flugscheinen – kostenlos um. Das gilt allerdings nur für vom Streik betroffene Flüge.

5. Kommen Sie früh zum Schalter.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Kommen Sie also so früh wie möglich zum Flughafen. Dann stehen Sie als Erster in der Schlange. Und bei überbuchten Flügen bleiben nicht Sie stehen, sondern spätere Fluggäste.

6. Seien Sie freundlich zum Bodenpersonal.

Lassen Sie Ihre Wut nicht am Bodenpersonal aus. Schließlich streikt ja nicht der Mensch, mit dem Sie es am Schalter zu tun haben, sondern seine nicht anwesenden Kollegen! Sie erreichen mehr, wenn Sie freundlich sind.

7. Nutzen Sie Ihre Privilegien.

Sie sind Vielflieger mit Elite-Status (bei Lufthansa: Frequent Flyer, Senator, HON Circle Member)? Dann nutzen Sie Ihre Privilegien. Es gibt spezielle Telefonnummern für Premiumkunden, die weniger überlastet sind als die offizielle Hotline. Am Flughafen sollten Sie schnurstracks eine Lufthansa-Lounge ansteuern – dort kann man Sie ebenfalls umbuchen, aber deutlich schneller als an den überfüllten Check-in-Schaltern.

8. Nehmen Sie eine andere Linie.

Sie fliegen von einem Flughafen, von dem aus mehrere Fluglinien dieselbe Route anbieten? Dann haben Sie Glück: Eine streikende Fluggesellschaft muss ihre Passagiere, unabhängig von der Buchungsklasse, auf die Konkurrenz umbuchen – je größer die Zahl der Anbieter, desto größer ist Ihre Chance, halbwegs pünktlich ans Ziel zu kommen. Die US-Metropole Chicago beispielsweise wird von Frankfurt aus von vier Gesellschaften angeflogen, neben Lufthansa von United Airlines, American Airlines und Air India.

9. Bei Verspätungen bestehen Sie auf Verpflegung.

Ihr Flug ist verspätet? Nach einer EU-Verordnung haben Sie einen angemessenen Anspruch auf kostenlose Mahlzeiten und Erfrischungen sowie auf Telefonate oder E-Mails. Als Verspätung gelten zwei Stunden bei Flügen bis 1500 Kilometer, drei Stunden bei Flügen zwischen 1500 und 3500 Kilometer und vier Stunden bei Flügen über 3500 Kilometer.

10. Lassen Sie sich das Ticket erstatten.

Ihr Flug ist gestrichen? Das Geld für Ihr Ticket erhalten Sie zurück, jedoch zahlt Lufthansa keinen Schadenersatz, etwa für entgangene Urlaubsfreuden oder geplatzte Geschäftstermine. Auch leistet sie keine Ausgleichszahlung, die laut EU-Verordnung bei kurzfristig annullierten Flügen eigentlich fällig wird (zwischen 250 und 600 Euro), weil der Streik auf höhere Gewalt zurückzuführen ist.

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