Günstig schlafen
"easyHotel" plant zehn Häuser in Deutschland
Samstag, 11. Oktober 2008 17:52 - Von Michael HegenauerNach Easy Jet, Easy Car, Easy Cruise, Easy Internet und anderen schönen Dingen plant die Easy Group allein für Deutschland eine enorme Hotel-Expansion. Ein Neubau in Berlin-Mitte soll 2009 den Anfang machen, dann folgen Hamburg, München und Köln.

Da steht er. Dunkelblauer Anzug mit Goldknöpfen, helles, offenes Hemd ohne Krawatte, dunkle Slipper. "Ich bin Stelios", sagt der Easy-Gründer, "mein Nachname ist unaussprechlich." Das Mikro lässt Stelios Haji-Ioannou auf dem Rednertisch einfach liegen. Er will nah ran an die Menschen. Und dann erzählt er den Anwesenden in Kurzform seine Erfolgsgeschichte, ohne Protz und Prunk, aber selbstbewusst und ganz natürlich. Er doziert über Geschäftsmodelle, die so easy sind, dass man sich fragt, warum nicht schon viel früher jemand auf seine Ideen kam. Ohne Stelios geht (fast) nichts. Und heute ist er in Berlin, um der Tourismuswelt mitzuteilen, hey, wir legen in Deutschland mal so richtig los.
Baubeginn ist bereits in diesem Herbst, sechs bis neun Millionen wird der Neubau kosten und am Ende rund 2000 Quadratmeter Bruttogrundfläche haben. Der durchschnittliche Zimmerpreis wird wohl bei 35 Euro liegen, je nach Vorausbuchungsfrist, Saison und Nachfrage. Man kennt das ja von den Billigfliegern.
Familientaugliche Zwei-Meter-Betten
Über solche Zahlen und vor allem über den Grundstückspreis mag Peter Sauter von Stelios' deutschem Franchisepartner "i.gen Hotels". Sauter lässt nur so viel raus: "Der Preis für das Grundstück liegt deutlich unter dem Niveau, das man für ein Drei- oder Vier-Sterne-Hotel bezahlt." Stattdessen schwärmt er von Top-Betten, die mehr als zwei Meter breit seien, damit auch mal eine dreiköpfige Familie ganz "easy" übernachten könne. Und vom "Spirit des Ortes", von umliegenden Cafés, Bars und kleinen Restaurants. "Wir müssen dahin, wo das Leben tobt. Das Hotel ist wie ein Parasit. Wir haben ja keine eigene Infrastruktur, deswegen muss die Umgebung stimmen."
Für die deutschen Standorte ist der Masterfranchiser "i.gen Hotels" daher teilweise noch auf der Suche nach bestehenden Immobilien, wie etwa Bürogebäude in Skelettbauweise. Diese Architektur erlaubt schnelle, kostengünstige Umbauten. Aber auch kleine Kaufgrundstücke, die sich für große Hotel- oder Mietwohnungsprojekte nicht rentieren, sind im Visier der Hotelbetreiber. "Easy ist ein schöner Lückenbüßer", meint Peter Sauter, der schon Pläne für zwei weitere Easy Hotels in Berlin hat: Das nächste wird eine Bestandsimmobilie in Kudamm-Nähe sein.
Hamburg (in St.-Pauli-Nähe), München (am Hauptbahnhof) und Köln (zwei Locations sind in der Prüfung) werden nach Berlin folgen. Und alle verfolgen ein Ziel: ein sauberes, klimatisiertes Zimmer zu einem günstigen Preis.
Wie hatte es Stelios anfangs eingangs gefasst: "Wir geben ein Versprechen." Das Versprechen von sicheren, sauberen, Zimmern in zeitgemäßem Stil und in urbanen Lagen. Ohne das Internet, so der Geschäftsmann weiter, gäbe es Easy Hotel gar nicht. Nirgendwo sei eine Telefonnummer publiziert, ein Call-Center gibt es nicht, buchen kann man nur online.
Erschienen am 13.06.2007
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