26.01.08

Rating-Agenturen

Neue Forderungen könnten WestLB vernichten

Die Zukunft der Düsseldorfer Landesbank liegt laut der Landesregierung in der Hand der Rating-Agenturen. Wenn diese die Bonität der WestLB herabstufen, sei es aus. Jetzt verlangen die Agenturen Sicherheitsleistungen in Milliardenhöhe. Wegen der Pleitegefahr wackelt der Job des Vorstandschefs.

Die Sanierung der angeschlagenen WestLB ist gefährdet. Eine Eigentümerversammlung ist ergebnislos zu Ende gegangen. Dabei sei es um die Forderung der Rating-Agenturen gegangen, die Bank mit frischem Kapital in Höhe von bis zu vier Milliarden Euro auszustatten, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Erst vor einer Woche war eine Kapitalerhöhung um zwei Milliarden Euro vereinbart worden. Sollte die neue Forderung nicht erfüllt werden, drohten die Rating-Agenturen damit, die Bonität des Instituts massiv herabzustufen. Das würde die Kreditwürdigkeit der WestLB beinträchtigen: In der Folge müsste die Landesbank mehr für die Kredite bezahlen. Das Institut stünde dann praktisch vor dem Aus, berichtete "Der Spiegel" weiter.

Eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums wies den Bericht zurück: "Die Forderung der Rating-Agenturen gibt es nicht." Im Umfeld der Bank hieß es laut der Nachrichtenagentur Reuters, die Zahl vier Milliarden sei nicht genannt worden. Ein Sprecher des Sparkassenverbandes Westfalen sagte, die Sparkassen als Miteigentümer kämen selbstverständlich all ihren Verpflichtungen nach. "Es wird intensiv an einer Lösung des Gesamtproblems gearbeitet", sagte der Sprecher.

Die Eigentümer der Bank hatten am Vortag erneut über die Lage der WestLB beraten. In Eignerkreisen hieß es, dabei sei es erneut um die Gründung einer großen Zweckgesellschaft gegangen, um die Bank gegen Risiken abzuschirmen. In dieser Gesellschaft sollten Risikoaktiva aus dem Institut gebündelt werden. Von der Einstufung der Rating-Agenturen hängt die Zukunft der WestLB ab, wie Nordrhein-Westfalens Finanzminister Helmut Linssen (CDU) zuvor im Düsseldorfer Landtag erklärt hatte. "Wenn Sie nicht die Rating-Klasse haben, die Sie brauchen, können Sie alles vergessen", sagte Linssen.


Die Rating-Agentur Standard & Poor's warnte bereits vor einer möglichen Herabstufung des "A"-Ratings der WestLB, wenn die Eigner die Schwächen der Bank nicht abstellen könnten. Ob die WestLB und ihre Eigentümer wegen der Finanzkrise über die bekannten zwei Milliarden Euro hinaus vor neuen Belastungen stehen, ist laut Linssen weiter unklar: "Es gibt keinen auf der Welt, der ihnen sagen, kann, ob wirklich Schluss ist."

Die WestLB-Krise beschert der Bank möglicherweise einen neuen Führungswechsel – und das bereits im Frühjahr. Der Düsseldorfer Finanzminister sagte im Landtag auf die Frage, ob WestLB-Chef Alexander Stuhlmann über März hinaus im Amt bleiben werde, man denke bereits über eine Lösung für eine neue Führungsspitze nach. Stuhlmanns Vertrag läuft Eigentümerkreisen zufolge Ende März aus. Als möglicher Kandidat für die Nachfolge gilt der Chef der Förderbank NRW.Bank, Ulrich Schröder. Dieser war bereits bis 2002 im Vorstand der WestLB tätig gewesen.

Quelle: dpa/Reuters/oht
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