Wirtschaft

Arbeitsräume teilt man am liebsten in Kreuzberg

Jürgen Stüber über Coworking Spaces

Der Büroflächenmarkt für junge Unternehmen der Digitalbranche befindet sich in einem massiven Umbruch. Geteilte Arbeitsplätze, die sich in ihrer Größe dem aktuellen Bedarf anpassen lassen, liegen bei Gründern hoch im Kurs. Coworking Spaces wie Mindspace oder WeWork bieten solche flexiblen Büros an. Solche Angebote rufen Spekulanten auf den Plan. So machten zuletzt Spekulationen über Investitionen eines Fonds in den Coworking-Anbieter WeWork im Milliardenbereich die Runde. Was an der Sache dran ist, ist nicht bekannt.

WeWorks schärfster Mitbewerber Mindspace, der gerade selbst eine Investitionsrunde über 15 Millionen Dollar abgeschlossen hat, verfolgte das mit Interesse. "Diese Investition zeigt das wachsendes Interesse an der Coworking-Industrie", sagte Gründer Dan Zakai. "Coworking Spaces sind die Zukunft und revolutionieren, wie wir arbeiten. Dieses Potential wird zunehmend auch von Investoren erkannt. Wir freuen uns sehr, Teil dieser Entwicklung zu sein." Mindspace hat an der Friedrichstraße in Mitte 4800 Quadratmeter Bürofläche gemietet, die auf 750 Arbeitsplätze parzelliert angeboten wird. WeWork hat ein ähnlich großes Büro im Sony-Center und bietet einen weiteren Coworking Space am Hackeschen Markt an. 490 bis 530 Dollar zahlen Gründer dort im Monat für ein privates Büro.

Wer es billiger will, muss auf Coworking nicht verzichten. Jetzt hat die Freelancer-Vermittlungsagentur Twago, ein Tochterunternehmen des Zeitarbeitsvermittlers Randstad, die Top-Ten der schätzungsweise 70 Berliner Coworking Spaces gekürt. Ergebnis der Umfrage: Der unter Freelancer am meisten geschätzte Coworking Space Berlins liegt mit "tuesday coworking" in Schöneberg. Ganze fünf Plätze konnte im Vergleich zum letzten Jahr das "St. Oberholz" gutmachen, das mittlerweile an drei Standorten in Berlin vertreten ist und nun auf Platz zwei der Coworking Spaces rangiert, vor dem "Weserland" in Neukölln. Auf den weiteren Plätzen folgen: das Ahoy Berlin (Wattstraße 11), Mindspace (Friedrichstraße) , Agora Collective (Mittelweg 5, Neukölln), Blogfabrik (Oranienstraße 185), Creative Office (Finowstraße 33) , betahaus (Prinzessinnenstraße 19) und AHA Factory (Bergmannstraße 68).

Hochburg des Coworking ist übrigens Kreuzberg mit 17 Einrichtungen. Gefolgt von Mitte (13), Neukölln (9) Friedrichshain (7) und Prenzlauer Berg (6). Der Berliner Coworking-Anbieter Rent24, zu dessen Immobilien-Portfolio auch Teile des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der BVG an der Potsdamer Straße gehören, streckt seine Fühler unterdessen in Richtung Amsterdam aus. In einem imposanten ehemaligen Postamt aus dem 19. Jahrhundert wollen die Berliner dort im Sommer ein geteiltes Büro einrichten.

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