Wirtschaft

Warum Start-ups nach Texas fahrenBerlin präsentiert sich beim Festival SXSW in den USA als Standort für digitale Musik

Panels, Partys, Pitches: Zwölf Berliner Start-ups brechen diese Woche nach Austin (Texas, USA) auf, um sich beim Kreativ- und Digitalfestival SXSW in Diskussionsforen (Panels) und Präsentationen (Pitches) vorzustellen. Vier Projekte aus Berlin stehen im Finale von Wettbewerben, die im Rahmen des weltgrößten Events dieser Art ausgerichtet werden.

Das Berliner Start-up sharethe­meal.org, eine Initiative der Vereinten Nationen, hat es mit seiner App gegen den Hunger sogar ins Finale des Innovationspreises geschafft. Die Smartphone-App ermöglicht es Menschen aus reichen Ländern, Geld zur Bekämpfung des Hungers zu spenden. Fünf Millionen Mahlzeiten, von denen jede 40 Eurocent kostet, wurden mit der App an hungernde Menschen vermittelt. Aktuell versorgt das Projekt 2000 Mütter und Kinder in der syrischen Stadt Homs.

Drei Projekte aus Berlin haben sich für den SXSW-Accelerator qualifiziert. So haben sie Gelegenheit, mit professioneller Hilfe an ihren Projekten zu arbeiten und diese zu verbessern. Die übrigen Gründer präsentieren sich im Deutschen Haus.

Zahlreiche Unternehmen und Organisationen unterstützen die Expedition der Berliner Gründerszene: Der Handelskonzern Metro mit seinen Elektronikhändlern Media-Saturn, die Agentur Openers und die Wirtschaftsförderung Berlin Partner präsentieren die Berliner Delegation. Hauptsponsoren sind der Digitalvermarkter Glispa aus Berlin, der überdies sein komplettes Team mit 180 Personen aus sechs Standorten zu einer Art Betriebsausflug nach Austin fliegt, der Gründercampus Factory, das Branchenmagazin "The Next Web", die Technologiestiftung Berlin, das Szeneblog "TechBerlin" sowie die Berlin School of Creative Leadership.

Die Metro-Gruppe fördert nicht nur, sie nimmt auch zum ersten Mal als Unternehmen am SXSW-Festival teil. Der Handelsriese aus Düsseldorf ist auf Innovationssuche. In Berlin betreibt das Unternehmen, zu dem neben den gleichnamigen Großmärkten unter anderem Real-, Media- und Saturn-Märkte gehören, gemeinsam mit dem US-Unternehmen Techstars einen Accelerator. Dort werden vor allem Start-ups aus den Bereich Gastronomie und Food herangezüchtet.

Zahlreiche Unternehmen der Old Economy haben ähnlich wie die Me­tro-Gruppe ihre Fühler in Sachen Digitalisierung nach Berlin ausgestreckt und betreiben hier Innovationslabors. Bereits ein Drittel aller Dax-Konzerne hätte in der Hauptstadt eine Dependance, sagte Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner, beim Treffen der SXSW-Start-ups am Freitag in der Factory. Zugleich mahnte er: Innovation bedeute nicht nur, neue Technologien zu erfinden. Unternehmen müsse es auch gelingen, ihre Belegschaft durch Change Management auf die Reise in die digitale Welt mitzunehmen.

"Berlin gehört auf die SXSW wie der Fernsehturm nach Mitte. Das Festival ist der ideale Ort, um die Innovationskraft und Kreativität Berlins vor internationaler Kulisse spürbar zu machen", sagte Franzke. Davon hätten die Gründer, Musiker und Unternehmer aus der Kreativszene reichlich mit im Gepäck. "Gemeinsam mit ihnen präsentieren wir Berlin auf der SXSW als boomenden Start-up-Hub und führenden Standort für die Digital- und Musikwirtschaft", sagte Franzke weiter.

Das SXSW-Festival findet in diesem Jahr zum 30. Mal statt. Angefangen hat das SXSW als Musikfestival. 1994 kam die Sparte Film dazu. In den vergangenen Jahren bot es zunehmend auch digitalen Innovationen eine Bühne. So wurde dort im Jahr 2007 der Kurznachrichtendienst Twitter der Öffentlichkeit präsentiert.

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