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Zuckerberg unterstützt TU Berlin mit Hochleistungsservern

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (l, CDU) und der Facebook-Chef Mark Zuckerberg (M.) unterhalten sich in Berlin während der Facebook Innovation Hub.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (l, CDU) und der Facebook-Chef Mark Zuckerberg (M.) unterhalten sich in Berlin während der Facebook Innovation Hub.

Mark Zuckerberg fördert mehreren europäischen Forschungseinrichtungen. Als erste bekommt die TU Berlin über vier neue Hochleistungsserver.

Berlin.  Müsste Mark Zuckerberg seine Gefühle für Berlin mit einem der jüngst bei Facebook neu eingeführten Symbole beschreiben, er würde wohl das Herz wählen. "Einer meiner Lieblingsstädte weltweit", sagt er und strahlt. Zuvor ist er noch durch den Berliner Schnee gejoggt. Jeden Tag eine Meile, das hat er sich für 2016 vorgenommen.

Doch nicht nur das. Zuckerberg hat in seinen Innovation Hub in Mitte geladen, eine Art Ausstellung, in der die neuesten Zukunftsprojekte von Facebook präsentiert werden. Viel helles Holz, immer schön freundlich. Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) war schon da und bekam eine Führung. Bis einschließlich Sonntag werden noch Politiker und andere ausgewählte Gäste durchgeschleust. Der Rest muss draußen bleiben. Immerhin: Von Zuckerbergs Rede gibt es am Donnerstag einen Livestream

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Facebook ist auf Promo-Tour, zwei Tage macht der Konzernchef in der Hauptstadt Halt, davor war er auf der Mobilfunkmesse in Barcelona. Der Multimilliardär will wieder einmal zeigen, dass sein Unternehmen mehr kann, als Inhalte im Netz zu teilen. "Wir sind ein Technologieunternehmen", sagt Zuckerberg. Und natürlich soll auch ein bisschen die Welt gerettet werden. Ohne Aussicht auf Profit, versteht sich.

Vier Milliarden Menschen weltweit haben keinen Internetzugang. Das sind auch vier Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu Facebook haben – und damit auch keinen zur Werbung, mit der Facebook Geld verdient. Für zehn Prozent davon, in deren Region sich der Aufbau der herkömmlichen Infrastruktur nicht lohnen würde, will Facebook das Internet mithilfe der Drohne "Aquila" anliefern. Das solarbetriebene Gerät hat die Spannweite einer Boeing 737 – und wiegt weniger als ein Kleinwagen. Für die anderen 90 Prozent arbeitet Facebook unter anderem an einem Satellitenprogramm. Das steckt noch in den Kinderschuhen.

In Berlin geht es Zuckerberg am Donnerstag vorrangig um Künstliche Intelligenz (KI). "Facebook verwendet KI, um Bildinhalte zu erkennen, gewünschte Inhalte sichtbar zu machen und schlechte und unerwünschte auszublenden", sagt der 31-Jährige, der Deutschland in dieser Disziplin führend sieht. Was er offenbar für förderungswürdig hält. Als erste von mehreren europäischen Forschungseinrichtungen darf sich die TU Berlin über vier neue Hochleistungsserver mit je acht Grafikkarten freuen. Sie sollen bis zu zehnmal schneller sein als gewöhnliche Rechner. "Damit sind wir in der Forschung weltweit konkurrenzfähig", sagt Andreas Ziehe, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU. Eine Gegenleistung erwarte Facebook für die neuen Rechner nicht.

Die wirklich heiklen Themen bleiben Zuckerberg im Innovation Hub erspart. An diesem Freitag könnte sich das ändern. Dann kommt es zu einer Fragerunde mit 1500 Gästen, überwiegend Studenten und Facebook-Nutzer, deren Fragen vorab über Facebook ausgewählt wurden. Wo genau das Event stattfindet, verrät Facebook nicht, es soll aber wieder einen Live–stream geben.

Sicher ist, dass Zuckerberg sich zu Datenschutz und Hasskommentaren äußern muss. Gerade Letzteres hat Facebook einige Kritik gebracht. Der Vorwurf: Die Kommentare, die Facebook seit der Flüchtlingskrise vergiften, würden nicht schnell genug gelöscht. Vom "asozialen Netzwerk" war die Rede. Zuckerberg wird erläutern müssen, ob er sein Versprechen gegenüber Angela Merkel gehalten hat. Der Kanzlerin hatte er auf einer UN-Konferenz im September zugesagt, sich der Hetze im Netz anzunehmen. Bekannt ist, dass die Bertelsmann-Tochter Arvato damit beauftragt wurde.

Einen wohl angenehmeren Termin durfte Zuckerberg noch am Donnerstagabend wahrnehmen. Im Verlagshaus Axel Springer wurde ihm der neu ins Leben gerufene "Axel Springer Award" verliehen – nach Angaben des Unternehmens "ein ideeller Preis ohne Preisgeld". Zuckerberg wird es verkraften können.

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