Preispolitik

NRW-Minister fordert strengere Gesetze für den Online-Handel

Individualisierte Preise für Internetkunden häufen sich. Grünen-Politiker Remmel plädiert für schärfere Gesetze für den Online-Handel.

Viele Menschen tätigen ihre Einkäufe vor allem im Internet. Die Preise können dort sehr individuell sein.

Viele Menschen tätigen ihre Einkäufe vor allem im Internet. Die Preise können dort sehr individuell sein.

Foto: Marcus Brandt / dpa

Berlin.  Der Vorsitzende der Verbraucherministerkonferenz, NRW-Ressortchef Johannes Remmel, will gegen individualisierte Preise im Online-Handel vorgehen: "Wir müssen solche Praktiken verhindern, bevor sie sich weiter ausbreiten", sagte der Grünen-Politiker dieser Redaktion. "Wenn ich als Kunde nur wegen meines Wohnortes oder meiner Konsumgewohnheiten einen anderen Preis bekomme als mein Arbeitskollege, dann ist das schlicht und einfach eine unfaire Preispolitik der Wirtschaft." Die Gesetze aus dem analogen Zeitalter passten nicht mehr zu den rasanten Entwicklungen in der digitalen Welt. "Wir müssen prüfen, ob wir Gesetzesverschärfungen brauchen", sagte Remmel.

Viele Kunden lehnen individualisierte Preise ab. In einer noch unveröffentlichten Umfrage im Auftrag des NRW-Verbraucherministeriums sprachen sich 57 Prozent der Befragten für einheitliche Preise aus. 38 Prozent finden individuelle Preise gut.

Befragte halten personalisierte Preise für unfair

Für die Umfrage, die dieser Redaktion exklusiv vorliegt, wurden 1000 Verbraucher in Nordrhein Westfalen zu ihren Einstellungen zu individualisierten Preisen befragt.

Am ehesten anfreunden können sich die Verbraucher mit speziellen Niedrigpreisen für treue Kunden – 87 Prozent fänden personalisierte Preise in solchen Fällen fair. Unfair aber fänden es rund 90 Prozent der Befragten, wenn Online-Händler ihre Preise nach der Zahlungsbereitschaft oder dem Kaufinteresse ihres Kunden ausrichteten. Auf die größte Ablehnung stoßen Online-Shops, die Kunden in bestimmten Stadtvierteln oder Straßen spezielle Preise machen. Fast alle Befragten (94 Prozent) lehnen dies ab.

Zur Startseite