Managervergütung
Deutsche haben wenig Verständnis für Spitzengehälter
Die meisten Deutschen halten Millionengehälter für Manager nicht für gerechtfertigt. Ein Spitzenverdiener steht dennoch hoch in ihrer Gunst.
Die breite Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat keinerlei Verständnis für Millionengehälter von Managern – selbst dann nicht, wenn die Wirtschaftsvertreter erfolgreich arbeiten. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des "Handelsblatts" unter mehr als tausend Bürgern, die das Marktforschungsunternehmen Forsa erhoben hat.
Danach halten 71 Prozent aller Bundesbürger Millionengehälter für Manager auch dann nicht für gerechtfertigt, wenn sie gute Gewinne erwirtschaften. Nur 26 Prozent gestehen den Managern ein Millionengehalt zu. " Der Raffmanager ist der Buhmann", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Zeitung.
Bosch-Chef Franz Fehrenbach kann sich dagegen über eine besondere Auszeichnung freuen: Der Vorsitzende der Geschäftsführung des Konzerns ist laut Forsa-Umfrage aus Sicht der deutschen Bevölkerung ein "idealer Unternehmer".
Ähnlich angesehen wie Fehrenbach (88 Prozent) sind der Gründer der Drogeriemarktkette dm, Götz Werner (87 Prozent) und VW-Chef Martin Winterkorn (78 Prozent). Dabei hatte Winterkorn zuletzt noch Schlagzeilen mit seinem Rekordgehalt von 17,5 Millionen Euro gemacht.
Der mit Abstand unbeliebteste Unternehmer ist laut Forsa-Umfrage Schlecker-Gründer Anton Schlecker: Nur vier Prozent halten ihn für einen idealen Unternehmer. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (27 Prozent) und RWE-Chef Jürgen Großmann (36 Prozent) rangieren ebenfalls weit unten auf der Beliebtheitsskala.
Am wichtigsten sei den Menschen, dass der Unternehmer "offen und ehrlich gegenüber der Belegschaft" sei, sagte Forsa-Chef Güllner.
Zu den besonders positiven Eigenschaften zählten darüber hinaus das Bemühen um das Vertrauen der Belegschaft und ein verantwortungsvolles Handeln gegenüber Gesellschaft und Umwelt. Deutlich weniger ins Gewicht falle, ob der Manager um eine hohe Frauenquote im Unternehmen bemüht sei oder "notwendige Maßnahmen mit Härte" durchsetze.

















