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16.02.12

Schuldenkrise

EZB entkommt Griechen-Haircut mit Anleihentausch

Die nationalen Notenbanken des Euro-Systems tauschen ihre Griechen-Anleihen zum ursprünglichen Ausgabepreis. Damit machen sie sogar noch Gewinn.

© dapd
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Die nationalen Notenbanken des Euro-Systems tauschen derzeit nach Informationen von "Morgenpost Online" die griechischen Anleihen in ihrem Besitz gegen neue Anleihen Griechenlands. "Bis Montag soll die ganze Aktion abgeschlossen sein", erfuhr "Morgenpost Online" in informierten Kreisen.

Für die EZB und ihre Notenbanken steigt damit die Wahrscheinlichkeit, mit den Griechenlandanleihen im Wert von rund 50 Milliarden Euro doch noch einen kräftigen Gewinn zu machen, da sie die Bonds weit unter dem Nennwert gekauft haben. Der Gewinn würde über die nationalen Notenbanken dann an die Regierungen ausgeschüttet werden. Wie diese den Gewinn verwenden, ist deren Sache.

Aus Notenbankkreisen verlautete, es handele sich um eine technische Operation, da die EZB und die nationalen Zentralbanken nicht an der Umschuldung für den privaten Sektor beteiligt werden dürften. Der Kauf der Staatsanleihen sei keine Investitionsentscheidung gewesen, sondern im Rahmen der regulären Geldpolitik erfolgt, hieß es in gut informierten Kreisen.

Am Montag dann könnte das Angebot zum Anleihetausch für die privaten Gläubiger folgen. Die sollen auf rund 50 Prozent ihrer Forderungen, insgesamt rund 100 Milliarden Euro, verzichten. Hätten sich Griechen und EZB nicht auf diese Transaktion geeinigt, hätte die Zentralbank vermutlich am Schuldenschnitt der privaten Gläubiger teilnehmen müssen. Das hätte die EZB einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten können. Für die Griechen wiederum bleibt die Schuldenlast damit aber erheblich höher.

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