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13.02.12

Reederei

Stadt Hamburg wird größter Hapag-Lloyd-Aktionär

Die Hansestadt übernimmt von TUI die Anteile an Hapag-Lloyd für 420 Millionen. Damit soll die Reederei in der Hafenstadt gehalten werden.

© dpa
Kühne und Stadt Hamburg wollen Hapag-Lloyd übernehmen

Die Stadt Hamburg übernimmt für 420 Millionen Euro Anteile an Hapag-Lloyd und könnte damit wichtigster Anteilseigner an Deutschlands größter Reederei werden.

Durch den Kauf des TUI-Aktienpaketes dürfte der Anteil Hamburgs von derzeit 23,6 Prozent auf mehr als 37 Prozent steigen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ohne Angabe von Quellen. Auf die Eckdaten hätte sich das Albert-Ballin-Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne und die Hansestadt grundsätzlich geeinigt.

Beschlüsse lägen noch nicht vor, sollten aber möglichst am Dienstag getroffen werden. Ein Sprecher der Hamburger Finanzbehörde hatte die Bekanntgabe über eine Einigung zuvor für Mittwoch in Aussicht gestellt. Ein TUI-Sprecher bezeichnete die Gespräche als fortgeschritten.

Der Touristikkonzern verhandelt seit Monaten mit den Miteignern um die Stadt Hamburg und den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne über den Verkauf weiterer Hapag-Lloyd-Anteile. Aus dem Verhandlungsumfeld sickerte bereits Anfang Februar durch, die Hansestadt könne zusammen mit Kühne weitere gut 20 Prozent an der weltweit fünftgrößten Containerlinienreederei übernehmen.

Damit würde TUI zwar nicht alle dem Konsortium zum Jahresanfang zum Verkauf angedienten 33,3 Prozent los. Aber Konzernchef Michael Frenzel könnte den Aktionären schon auf der Hauptversammlung am Mittwoch einen wichtigen Erfolg vermelden.

Frenzel steht unter Druck der Anteilseigner , die vor mehr als drei Jahren angekündigte Konzentration auf das Reisegeschäft umzusetzen.

Die Zeitung berichtete, Kühne sei bereit, seinen Anteil von derzeit 24,6 Prozent aufzustocken. Mit 160 Millionen Euro wolle er aber deutlich weniger Geld als die Stadt in die Hand nehmen. Von den übrigen vier Hapag-Aktionären im Konsortium wollten nur zwei weitere Aktien übernehmen: Hanse-Merkur investiere 13 Millionen Euro und Signal Iduna 7 Millionen Euro.

Insgesamt hält das Konsortium, das einst gegründet worden war, um einen Verkauf der Hamburger Traditionsreederei an den Rivalen NOL aus Singapur zu verhindern, 61,6 Prozent an der Containerreederei. Die Hansestadt ist daran interessiert, Hapag-Lloyd als eigenständige Reederei mit Sitz in der Hafenstadt zu halten.

Mittelfristig wolle Hamburg Hapag-Lloyd an die Börse bringen und sich dann zumindest von einem Teil der Aktien wieder trennen, berichtete das Blatt. Im Zuge eines Börsengangs könnte auch die TUI ihre restlichen Anteile verkaufen.

Quelle: Reuters/woz
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