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12.02.12

Bundesverbraucherministerin

Aigner ruft Bauern zu höherer Bioproduktion auf

Die deutschen Bauern können die Bio-Nachfrage lange nicht bedienen. Verbraucherministerin Ilse Aigner fordert größere Anstrengungen.

© picture-alliance / Marc Müller
Das Interesse der Deutschen an ökologisch erzeugten Lebensmitteln hat wieder zugenommen
Das Interesse der Deutschen an ökologisch erzeugten Lebensmitteln hat wieder zugenommen

Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) hat die deutschen Bauern zu einem stärkeren Engagement im wachsenden Geschäft mit Bioprodukten aufgerufen. "Es muss das Ziel der deutschen Landwirtschaft sein, die Inlandsnachfrage soweit wie möglich selbst bedienen zu können", sagte Aigner. "Da ist noch viel Luft nach oben."

Der Markt für ökologische Lebensmittel in Deutschland hat sich nach einer Flaute wieder spürbar belebt, basiert aber auf einem hohen Importanteil . Besonders Gemüse, Getreide, Eier und Kartoffeln werden eingeführt. Von diesem Mittwoch an trifft sich die Branche auf der weltgrößten Spezialmesse "Biofach" in Nürnberg.

Aigner hob neben großen Exportchancen für deutsche Ökobauern die regionale Verankerung hervor. "Bio hat seine Wurzeln traditionell in der Region." Das sei eine Stärke, die bei aller Weltoffenheit nicht verloren gehen dürfe. "Weite Transporte von Bioprodukten, die auch vor Ort erzeugt werden könnten, werden von den Verbrauchern kritisch hinterfragt." Die Ministerin betonte, die Bundesregierung stehe zur Förderung des Ökolandbaus. Um den Wachstumskurs der deutschen Biobranche zu unterstützen, seien die Bundesländer am Zug, die Förderspielräume ausschöpfen sollten.

Die Förderung klafft laut einer Branchenstudie bundesweit stark auseinander. Die besten Anreize bieten Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen, wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) kürzlich auf der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin mitgeteilt hatte.

Schlusslicht ist demnach Schleswig-Holstein, auf dem vorletzten Platz lag Brandenburg. Grund sei, dass beide Länder Zahlungen für die Umstellung von konventioneller Produktion auf Ökolandbau ausgesetzt hätten. Vielen Ländern fehle der Wille, die Chancen des Biomarkts für Landwirte nutzbar zu machen, kritisierte der Verband. Bewertet wurden unter anderem Förderzahlungen für den Ökolandbau, die in Westdeutschland zu 18 Prozent und im Osten zu 8 Prozent von den Ländern getragen werden. Der Rest kommt von Bund und EU. Auf rund sechs Prozent der Agrarfläche in Deutschland gibt es Ökolandbau.

Nach langer Zeit mit zweistelligen Wachstumsraten hatte der deutsche Biomarkt 2009 stagniert und legte 2010 nur um zwei Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zu. Im vergangenen Jahr dürften die Haushalte nach Daten des Marktforschungsunternehmen GfK rund 9,5 Prozent mehr für Bioprodukte ausgegeben haben.

Quelle: dpa/cat
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