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11.02.12

Recyling-Geschäft

Elektroschrott kann bei der Post abgegeben werden

Die Post schickt ausrangierte Kleingeräte künftig kostenlos an einen Verwertungsbetrieb. Die Industrie könnte die Rohstoffe gut gebrauchen.

© dpa
Ausrangierte Elektrogeräte: Sie müssen in einen DINA4-Umschlag passen, wenn sie bei der Post abgegeben werden
Ausrangierte Elektrogeräte: Sie müssen in einen DINA4-Umschlag passen, wenn sie bei der Post abgegeben werden

Die Deutsche Post steigt ins Recycling-Geschäft ein. Gemeinsam mit dem Berliner Entsorgungskonzern Alba startet das Dax-Unternehmen ein Sammelsystem für Elektroschrott. Künftig können die Deutschen ausrangierte Kleingeräte wie Handys oder Rasierer in eine Post-Filiale bringen und von dort kostenlos an einen Alba-Verwertungsbetrieb schicken.

Einzige Bedingung: Das Gerät muss in einen DIN-A4-Umschlag passen. "Electroreturn" heißt das Gemeinschaftsprojekt, das vorerst auf ein Jahr begrenzt ist. Alba und die Post hoffen auf rund 10.000 Umschläge pro Monat. Das entsprechende Potenzial jedenfalls ist vorhanden: Immerhin liegen Schätzungen zufolge über 83 Millionen alte Mobiltelefone ungenutzt in Deutschlands Schubladen.

Die Industrie könnte diese Geräte in Zeiten stetig teurer werdender Rohstoffe gut gebrauchen – denn 80 Prozent der Handy-Inhaltsstoffe sind widerverwertbar. Laut einer Berechnung der Europäischen Union können beim Recycling von einer Million Altgeräten 250 Kilogramm Silber, 24 Kilo Gold und neun Kilo Kupfer zusammenkommen.

Dieses Potenzial kennt auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Der CDU-Politiker hat sich auf die Fahne geschrieben, das Recycling in Deutschland zu stärken . Sogar das Ende der Wegwerfgesellschaft hat er bereits ausgerufen. Und tatsächlich wurden im vergangenen Jahr bereits rund zehn Milliarden Euro mit sogenannten Sekundärrohstoffen umgesetzt, also mit alten Verpackungen, Papier und Metallen.

Bis 2020 soll sich dieser Wert sogar verdoppeln. Doch der Fortschritt liege eher an Aktionen privater Firmen als an Röttgens Politik, kritisieren Umwelt- und Wirtschaftsverbände. Sie stört vor allem die in dieser Woche vom Bundesrat verabschiedete Reform des Kreislaufwirtschaftsgesetzes.

"Die öffentlichen Reden über die Bedeutung des Recyclings für die heimische Umwelt und Wirtschaft passen leider nicht zu dem schwachen Gesetz, das nun herausgekommen ist", sagt Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Er bemängelt die festgesetzte Recyclingquote von 65 Prozent – die schon heute bis auf einen Prozentpunkt erreicht werde. "Die Chance, Deutschland mit dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz zum Sekundärrohstoffland Nummer eins zu machen, wurde leider vertan."

Ähnlich sieht es der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). "Das Gesetz ist eine Enttäuschung", klagt Hauptgeschäftsführer Holger Lösch. Ihn stört die Ausgrenzung der Privatwirtschaft zugunsten kommunaler Entsorger. "Jetzt droht Stillstand in der Abfallpolitik, da private Unternehmen daran gehindert werden, mit innovativen Verwertungstechniken mehr Wertstoffe aus Abfällen zu gewinnen."

Den Kommunen trauen Experten wenig zu. "Mangels Wettbewerb besteht jetzt doch gar kein Anlass mehr, die Sammelsysteme zu verbessern oder nur auf dem Stand der Technik zu halten", sagt auch Burkhard Landers, Präsident des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung.

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