11.02.12

Kanzlerlinie U5

Mannheimer bauen neue Berliner U-Bahn

Der Mannheimer Baukonzern Bilfinger Berger hat sich zwei Großaufträge in Berlin gesichert: Die U-Bahnlinie U5 im Zentrum und den Anschluss des Hauptbahnhofs an den nördlichen S-Bahn-Ring.

Von Markus Falkner
Foto: Ingrid Hentschel-Prof Axel Oestreich Architekten BDA
"Unter den Linden": So soll der neue U-Bahnhof aussehen (Simulation)
"Unter den Linden": So soll der neue U-Bahnhof aussehen (Simulation)

Die Deutsche Bahn (DB) und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben Großaufträge in Berlin an den Mannheimer Baukonzern Bilfinger Berger vergeben. Die Projekte umfassen nach Angaben des Unternehmens den Bau der neuen Strecke der U-Bahnlinie U5 im Zentrum und den Anschluss des Hauptbahnhofs an den nördlichen S-Bahn-Ring. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf zusammen rund 230 Millionen Euro.

Allein der U-Bahn-Bau zwischen Rotem Rathaus und Brandenburger Tor kommt nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf ein Auftragsvolumen von etwa 190 Millionen Euro. Bilfinger Berger soll unter anderem die zwei Bahnhöfe "Unter den Linden" und "Museumsinsel" im Rohbau errichten und die beiden jeweils etwa 1,6 Kilometer langen Tunnelröhren bauen. Baubeginn für die Bahnhöfe ist bereits im kommenden Frühjahr. Der ab 2013 geplante Bau des dritten neuen Bahnhofs am Roten Rathaus gehört nicht zu dem jetzt vergebenen Auftrags-Los. Er wird nach BVG-Angaben gesondert ausgeschrieben.

Der U-Bahnbau unter dem Boulevard Unter den Linden ist eines der größten Verkehrs-Infrastrukturprojekte Berlins. Für den Lückenschluss zwischen dem Alexanderplatz und dem bereits realisierten Abschnitt der U55 vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor sind insgesamt 433 Millionen Euro veranschlagt. 2019 sollen die ersten Züge fahren.

Als technische Herausforderung gilt vor allem der Tunnelbau im tückischen Berliner Untergrund. Die Röhren werden im Schildvortrieb, also mit einer Tunnelbohrmaschine, erstellt. Der Auftrag unterstreiche "unsere Positionierung als Spezialist für intelligente Ingenieurbauleistungen im Bereich Mobilität", sagte am Freitag Roland Koch, Vorstandsvorsitzender von Bilfinger Berger.

Nach BVG-Angaben setzte sich der Konzern in dem europaweiten Vergabeverfahren gegen vier Mitbewerber durch. Das Verfahren konnte Ende Januar, zwei Wochen vor dem geplanten Abschluss, ohne Einsprüche und unter Einhaltung des geplanten Budgets beendet werden, wie BVG-Chefin Sigrid Nikutta bestätigte.

Neue Brücken geplant

Der zweite Großauftrag in Berlin umfasst die Nord-Süd-Anbindung des Hauptbahnhofs an den S-Bahnring. Eine Arbeitsgemeinschaft unter Federführung von Bilfinger Berger soll Tunnel und Trogbauwerke für die neue Strecke – Arbeitstitel S21 – realisieren. Das Projekt ist vor allem wegen der hohen Kosten umstritten. Insgesamt soll allein der erste Bauabschnitt ein Gesamtvolumen von 227 Millionen Euro haben.

Damit die zweigleisige Strecke vom Hauptbahnhof den etwa 3,5 Kilometer entfernten Ring erreichen kann, müssen neben den jetzt beauftragten Bauwerken auch mehrere Brücken neu errichtet werden. Die Fertigstellung ist für 2017 geplant. Nach DB-Planungen soll die S21 danach bis zum Potsdamer Platz verlängert werden. 348 Millionen Euro sind für die Gesamtverbindung Nordring-Potsdamer Platz vorgesehen. Frühestens 2019 soll der Bau des Südabschnitts beginnen. 2023 oder 2024 könnten die Züge rollen.

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