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09.02.12

Medienkonzern

Bildungsgeschäft drückt Gewinn von Bertelsmann

Der Medienkonzern Bertelsmann verbucht deutlich weniger Gewinn als 2011. Vor allem Investitionen in den Bildungsmarkt und in Musikrechte belasten.

© picture alliance / Bertelsmann S
Bertelsmann-Zentrale in Gütersloh
Bertelsmann-Zentrale in Gütersloh: Gewinne schlechter als erwartet

Die Investitionen in neue Geschäfte und eine maue Entwicklung in der Drucksparte haben den Bertelsmann-Gewinn 2011 gedrückt. Das Betriebsergebnis (Operating Ebit) habe vergangenes Jahr nach vorläufigen Zahlen mit gut 1,7 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert von 1,8 Milliarden Euro gelegen, teilte Europas größter Medienkonzern mit. Überraschend kommt der Rückgang nicht: Bertelsmann hatte das im Sommer angekündigt.

Im vergangenen Jahr steckten die Gütersloher Geld vor allem in den lang geplanten Aufbau des Bildungsgeschäfts und die Musikrechte-Tochter BMG Rights Management, die zusammen mit dem Finanzinvestor KKR betrieben wird und die mit kleineren Akquisitionen ausgebaut wurde. Der ganz große Wurf blieb BMG 2011 allerdings verwehrt.

E-Books steigern den Umsatz

Beim Milliarden-Wettbieten um die Musikrechte-Kataloge von Warner Music und des Traditionslabels EMI ging die in Berlin angesiedelte Firma leer aus. Der Wiedereinstieg ins Musikgeschäft, aus dem sich der Konzern 2008 eigentlich verabschiedet hatte, wurde maßgeblich vom früheren Finanzchef Thomas Rabe betrieben. Sein Engagement in der Musik kam offensichtlich bei der Eignerfamilie Mohn gut an – seit Anfang des Jahres steht Rabe an der Spitze von Bertelsmann.

Den Umsatz steigerte der Konzern 2011 in fortgeführten Geschäften – also beispielsweise ohne den mittlerweile verkauften französischen Buchclub – auf 15,3 von 15,1 Milliarden. Das Plus sei dem steigenden Absatz von elektronischen Büchern und vor allem den hohen Werbeerlösen zu verdanken, teilte Bertelsmann mit.

Der 100.000 Mitarbeiter starke Konzern erlöst ein Viertel seiner Umsätze mit Reklame. Vor allem der Verlag Gruner + Jahr ("Stern", "Financial Times Deutschland") und die lukrative Fernsehgruppe RTL sind vom Werbemarkt abhängig. Ende 2011 stand Bertelsmann mit 1,9 Milliarden Euro in der Kreide – genauso viel wie vor einem Jahr. Wie viel vergangenes Jahr unter dem Strich an Überschuss verdient wurde, macht Bertelsmann am 28. März öffentlich. Prognostiziert war ein Konzernergebnis über dem Vorjahresniveau.

Quelle: dpa/Reuters/tat
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