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08.02.12

Automobilhersteller

Pläne von General Motors lassen Opel keine Chance

Opels Mutterkonzern General Motors schreibt Rekordzahlen. In Europa verbrennt man aber Geld – Steuergeld der US-Bürger, wie man in den USA betont.

REUTERS

Zu den Stars der Messe zählt der VW CC. Das viertürige Coupé ist der wohl schönste Wagen der Marke VW.

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Es ist fast eine Art Ritual. Immer dann, wenn bei General Motors (GM) wichtige Termine anstehen, der US-Automobilhersteller in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt, ist es zu beobachten: Erst wird auf die eigene Stärke verwiesen, dann auf die Schwäche der Europa-Tochter Opel. Letzter Akt ist die Ankündigung neuer Einschnitte bei den Rüsselsheimern. Nur diesmal meinen die Amerikaner es augenscheinlich ernst: Opel soll auf Europa beschränkt und gesundgeschrumpft werden.

So verständlich es ist, dass GM mit Opel nicht endlos eine unprofitable Konzerntochter mitschleppen will, so gefährlich ist das, was man jetzt vorhat: Als Nischenhersteller einiger Modelle für den europäischen Markt, so wie GM es plant, hat Opel keine Chance.

Rekordzahlen mit Steuergeld

Kommende Woche präsentiert General Motors seine Bilanz, da werden alle in den USA ganz genau hinsehen. Denn es ist Wahlkampf, und die Regierung Obamas hat den Konzern nicht nur mit Milliarden aus Steuermitteln gerettet, sondern ist weiter wichtigster Anteilseigner. Da macht es sich nicht gut vor dem Wahlvolk, dass der Mutterkonzern zwar Rekordzahlen schreibt, in Europa aber Geld verbrennt – Steuergeld der US-Bürger, wie man in den USA betont.

Die US-Regierung erhöht aber noch aus einem anderen Grund kontinuierlich den Druck , das Problem Opel zu lösen: Sie würde ihre Anteile an GM lieber heute als morgen abstoßen, doch die Aktie dümpelt nach einem furiosen Neustart an der Börse Ende 2010 vor sich hin. Anleger strafen das Unternehmen regelmäßig dafür ab, dass es in Europa schwächelt. Das Problem Opel muss also vom Tisch, zumindest muss rasch der Eindruck entstehen, dass sich was tut. Daher die aktuellen Alarmmeldungen.

Auf niedrigem Niveau weiterwursteln

Tatsächlich wird es wohl Jahre dauern, bis GM seine Not-OP bei Opel beendet hat – und dann ist der deutsche Patient wohl tot. Verkaufen wollen die Amerikaner Opel nicht mehr. Endgültig hat sich jene Fraktion durchgesetzt, die einsieht, dass es sich ein weltweiter Massenhersteller wie GM nicht leisten kann, in Europa nicht präsent zu sein. Der Markt hier ist groß, aber gesättigt; mehr verkaufen kann man nur, indem man die Konkurrenz verdrängt.

Dafür wären Milliardeninvestitionen in eine umfangreiche Modellpalette nötig, möchte man nur ansatzweise eine Chance haben. Doch dafür fehlen das Geld und die Bereitschaft, es auszugeben. GM will Opel lieber auf niedrigem Niveau weiterwursteln lassen, so die Verluste reduzieren und den alten Glanz der Marke für rasche Erfolge in Osteuropa nutzen. Das kann einige Jahre funktionieren, aber auf Dauer wird Opel so von hochgerüsteten Konzernen wie VW oder aggressiven Angreifern wie Hyundai endgültig erlegt.

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