Drohende Werksschließungen
General Motors ist zunehmend frustriert wegen Opel
Im vierten Quartal hat Opel "horrende Verluste" geschrieben. Die US-Bosse wollen nicht länger zuschauen und erwägen Werkschließungen unter anderem in Bochum. Der Opel-Betriebsrat ließ hingegen verlauten, dass Kündigungen bis 2014 ausgeschlossen sein.
Dem kriselnden Autohersteller Opel drohen wegen anhaltender Verluste offenbar weitere Einschnitte. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) erwägt einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge die Schließung des Werks in Bochum mit 3.100 Arbeitern. Außerdem stehe die Fertigung der Opel-Schwestermarke Vauxhall mit 2.100 Beschäftigten im britischen Ellesmere Port auf der Kippe. "Wenn Opel gerettet wird, dann jetzt, und die Einschnitte werden tief gehen", sagte ein nicht namentlich genannter GM-Manager dem Blatt.
Ein Opel-Sprecher wollte den Bericht am Mittwoch nicht bestätigen und sagte lediglich, das Unternehmen müsse "in die Lage versetzt werden, auch dauerhaft Gewinne zu schreiben". GM hat in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahrs 580 Millionen Dollar (438 Millionen Euro) in Europa verloren. Der Konzern GM schreibt dagegen hohe Gewinne, seitdem er sich in einem Insolvenzverfahren von teuren Pensionsverpflichtungen trennen und unprofitable Werke schließen konnte. Am 16. Februar stellt der Konzern seinen Jahresabschluss vor, mit weiteren Opel-Verlusten ist zu rechnen.
In dem Zeitungsbericht ist sogar von "horrenden" Verlusten bei Opel im vierten Quartal die Rede. Die Einschnitte vor zwei Jahren seien nicht tief genug gewesen, wird der nicht näher genannte GM-Manager zitiert, "es gibt eine zunehmende Frustration" wegen Opel.
Bislang habe GM aber keine Einigung mit den Gewerkschaften über Lohnverzicht und mögliche Standortschließungen erzielt, schrieb die Zeitung. Im Gespräch sei die Verlagerung von Teilen der Produktion aus Korea, um Jobverluste auszugleichen.
Opel hatte sich in der Krise verschlankt und unter anderem das Werk in Antwerpen geschlossen sowie 8000 der vormals 48.000 Stellen abgebaut.
Seit längerem mahnen die GM-Manager in Detroit, Opel müsse endlich aus der Krise fahren. Zuletzt hatten GM-Strategiechef Stephen Girsky, der auch dem Opel-Aufsichtsrat vorsitzt und Aufsichtsratsvize Schäfer-Klug gemeinsam betont, dass Opel trotz schlechter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen profitabel arbeiten müsse. Girsky hatte gefordert, der Autobauer müsse die Kosten senken, Skaleneffekte besser nutzen und die Margen verbessern.
Der Opel-Gesamtbetriebsrat wehrt sich gegen Spekulationen über angebliche Pläne für Werksschließungen und tiefe Einschnitte. Die Arbeitnehmervertreter hätten keine Hinweise, dass der US-Mutterkonzern General Motors (GM) gegen die bestehenden Verträge verstoßen wolle, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung. Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen für alle europäischen Standorte sind demnach bis Ende 2014 ausgeschlossen.
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