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06.02.12

Flugzeugbau

Boeing meldet Produktionsfehler bei 787 Dreamliner

Gerade setzt Boeing an, wieder größter Flugzeughersteller der Welt zu werden, da bremsen ihn Fertigungsfehler am Heck beim Dreamliner.

© dapd
Germany Dreamliner Boeing 787

Bei den großen Flugzeugbauern mehren sich Probleme mit jüngeren Modellen. Nachdem der europäische Flugzeugbauer Airbus zuletzt für Aufsehen gesorgt hatte, weil sich im Riesenflugzeug A380 winzige Haarrisse fanden, bestätigte nun auch der US-Rivale Boeing Produktionsfehler beim Langestreckenflugzeug 787 Dreamliner. Demnach wurden am Heck des Flugzeugs Teile falsch eingebaut und halten nicht zusammen. Mehrere Flugzeuge müssen jetzt repariert werden.

Die Nachricht kommt für Boeing zu einer ungünstigen Zeit. Das Unternehmen liefert sich derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Airbus. Im laufenden Jahr möchten die US-Amerikaner ihre europäischen Kollegen den Rang als weltgrößer Flugzeugbauer wieder ablaufen. Die Amerikaner kündigten Ende Januar an, ihre Auslieferungen um ein Viertel auf bis zu 600 Modell zu steigern. Airbus hingegen plant nur mit einer Steigerung um sieben Prozent auf rund 570 Flieger.

Eine effiziente Produktion ist für die Unternehmen die größte Herausforderung in den kommenden Jahren. Beide Firmen haben ihre Auftragsbücher im vergangenen Jahr prall gefüllt. Als Verkaufsschlager haben sich insbesondere die energiesparsamen Modelle A320 Neo sowie die 737 Max erwiesen. Jetzt kommt es darauf an, die Aufträge zügig abzuarbeiten. Fluglinien kritisieren traditionell, dass die Flugzeugbauer sich oft nicht an die Lieferzusagen halten.

Der Dreamliner hat Boeing bis zuletzt mehrfach Probleme bereitet. Das Flugzeug besteht zur Hälfte aus Kohlefaserverbundstoffen. Die machen ein Flugzeug leicht und damit auch energieeffizient. Allerdings führten Lieferprobleme bei Zulieferern zu massiven Verzögerungen. Gleich sieben Mal wurde die Erstauslieferung vertagt. Die Entwicklung kostete mit zehn Milliarden Euro doppelt sie viel wie eigentlich geplant.

Problem sei beherrschbar

Boeing versucht angesichts der aktuellen Probleme, die Stimmung zu beruhigen. "Wir haben das Problem erkannt und machen Fortschritte am Reparaturplan", hieß es in Seattle. Der Montagefehler stelle keinerlei Gefahr für die Sicherheit der Passagiere dar. Wie viele Flugzeuge von dem Problem betroffen sind, sagte Boeing nicht.

Auch Experten zufolge sind die Probleme beherrschbar. "Es gibt keine Sicherheitsbedenken”, sagte Michel Merluzeau, Flugzeuganalyst von G2 Solutions in Seattle. "Das hat nichts mit dem Design des Flugzeugs zu tun. Das ist ein Produktionsproblem, das korrigiert werden muss." Auch die Anleger reagierten gelassen. Nachdem der Aktienkurs zunächst um ein Prozent nachgegeben hatte, drehte er bald wieder ins Plus.

Boeing hat Kunden bereits vorgewarnt, dass möglicherweise Reparaturen folgen werden. All Nippon Airways, der Erstkunde des neuen Modells, kündigte an, die Maschinen weiter fliegen zu wollen. Nippon Air hat bereits fünf Flugzeuge des Typs im Betrieb und wird bis Ende März 2013 weitere 15 Flieger erhalten. Der erste deutsche Kunde soll im Jahr 2014 Air Berlin werden.

In den vergangenen Wochen hatte bereits der Rivale Airbus mit Produktionsproblemen auf sich aufmerksam gemacht. Nach der Entdeckung von Rissen in den Tragflächen des Großraumflugzeugs A380 ändert der Hersteller das Produktionsverfahren. Es geht dabei um Arbeiten mit Aluminium-Legierungen und Verbindungen zwischen Flügelhaut und inneren Strukturen einer Tragfläche.

Die Flugsicherheitsbehörde EASA hatte Ende Januar Airbus aufgefordert, gut ein Drittel aller A380, mithin 20 der 67 im Einsatz befindlichen Riesenflieger, einer Überprüfung zu unterziehen. Airbus indes arbeitet noch an einem Konkurrenzmodell zum 787 Dreamliner. Der A350, der auch zu weiten Teilen aus Kohlefaserverbundstoffen besteht, soll Mitte 2014 auf den Markt kommen. Die Liefertermine für das Langstreckenflugzeug waren zuletzt mehrfach verschoben worden.

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