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03.02.12

Griechenland-Hilfen

Nur Milliarden in den Süden pumpen, reicht nicht

Neue Milliardenkredite für Griechenland erhöhen nur den Schuldenberg – von dem wir es befreien wollten. Ein Forderungsverzicht wird deshalb kommen.

© dpa/DPA
EU- und Griechenland-Fahne

Mit gutem Grund kann man die Frage stellen, ob Griechenland Mitglied der Euro-Zone bleiben sollte. Politisch spricht einiges dafür: Welcher verantwortungsvolle Politiker will schon riskieren, dass ein Land am Rande Europas – immer noch Mitglied von EU und Nato – sich in möglicherweise blutigen, innenpolitischen Konflikten zerfleischt? Und aus wirtschaftlicher Sicht fällt die Beurteilung schwer. Niemand weiß, ob ein Ausstieg Athens aus dem Euro nicht zur Folge hätte, dass andere Wackelkandidaten des Währungsraums den gleichen Vertrauensverlust an den Märkten erleiden wie die Griechen.

Hilfen sind Kredite und begraben das Land unter neuen Schulden

Wer als Politiker also zu der Antwort gelangt, dass in unser aller Interesse Athen Mitglied der Euro-Zone bleiben sollte, muss sich fragen, wie das zu finanzieren ist. Es wird nicht reichen, beim neuen Hilfspaket nur weitere Steuermilliarden in den Süden zu pumpen. So kommen Griechenlands Schulden nie herunter auf ein tragfähiges Niveau. Denn die Hilfen bestehen aus Krediten und begraben das Land daher nur unter neuen Schulden.

Schon rein mathematisch reicht es daher nicht aus, dass die privaten Gläubiger auf einen Teil ihrer Investments in Griechen-Anleihen verzichten. Auch die öffentliche Hand – also die Europäische Zentralbank und die EU-Geberländer – werden sich mit den Griechen auf eine Verringerung ihrer Forderungen einigen müssen.

Dass man darüber jetzt noch nicht gern redet, ist verständlich. Schließlich muss die Politik den Banken zunächst möglichst hohe Zugeständnisse abringen, bevor sie die Steuerzahler zur Kasse bittet. Trotzdem werden wir irgendwann auf einen Teil unserer Milliardenkredite für die Griechen verzichten müssen – zumindest, wenn wir der Ansicht sind, dass wir die negativen Folgen ihres Euro-Austritts nicht riskieren wollen.

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