Griechenland-Hilfen
Nur Milliarden in den Süden pumpen, reicht nicht
Neue Milliardenkredite für Griechenland erhöhen nur den Schuldenberg – von dem wir es befreien wollten. Ein Forderungsverzicht wird deshalb kommen.
Von Jan Dams
Mit gutem Grund kann man die Frage stellen, ob Griechenland Mitglied der Euro-Zone bleiben sollte. Politisch spricht einiges dafür: Welcher verantwortungsvolle Politiker will schon riskieren, dass ein Land am Rande Europas – immer noch Mitglied von EU und Nato – sich in möglicherweise blutigen, innenpolitischen Konflikten zerfleischt? Und aus wirtschaftlicher Sicht fällt die Beurteilung schwer. Niemand weiß, ob ein Ausstieg Athens aus dem Euro nicht zur Folge hätte, dass andere Wackelkandidaten des Währungsraums den gleichen Vertrauensverlust an den Märkten erleiden wie die Griechen.
Hilfen sind Kredite und begraben das Land unter neuen Schulden
Wer als Politiker also zu der Antwort gelangt, dass in unser aller Interesse Athen Mitglied der Euro-Zone bleiben sollte, muss sich fragen, wie das zu finanzieren ist. Es wird nicht reichen, beim neuen Hilfspaket nur weitere Steuermilliarden in den Süden zu pumpen. So kommen Griechenlands Schulden nie herunter auf ein tragfähiges Niveau. Denn die Hilfen bestehen aus Krediten und begraben das Land daher nur unter neuen Schulden.
Schon rein mathematisch reicht es daher nicht aus, dass die privaten Gläubiger auf einen Teil ihrer Investments in Griechen-Anleihen verzichten. Auch die öffentliche Hand – also die Europäische Zentralbank und die EU-Geberländer – werden sich mit den Griechen auf eine Verringerung ihrer Forderungen einigen müssen.
Dass man darüber jetzt noch nicht gern redet, ist verständlich. Schließlich muss die Politik den Banken zunächst möglichst hohe Zugeständnisse abringen, bevor sie die Steuerzahler zur Kasse bittet. Trotzdem werden wir irgendwann auf einen Teil unserer Milliardenkredite für die Griechen verzichten müssen – zumindest, wenn wir der Ansicht sind, dass wir die negativen Folgen ihres Euro-Austritts nicht riskieren wollen.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Börse: Hoffnung auf Lösung für Griechenland treibt Dax an
- Griechenland-Schulden: Merkel und Sarkozy fordern jetzt ein Sperrkonto
- Schuldenkrise: Griechenlands Sonderkonto wäre ständig im Minus
- Schuldenkrise: Griechenland will 15.000 Staatsdiener entlassen
- Börsen-Bericht: Hickhack um Griechenland macht Dax-Anleger nervös
- Börse: Dax-Investoren gehen auf Nummer sicher
-
20:49Festnahme: Toter in Friedrichshainer Bar: Verdächtiger gefass...
-
20:11Piraten-Chef: Wie der "Bundesbernd" Piraten-Amt und Job stemmt
-
19:17Karneval: Kreuzberger Käuze, Kinder und eine lange Karawane
- 1. Relegationsspiel Hertha BSC und der Abstieg ohne Gnade
- 2. Live-Ticker Hertha BSC will über Einspruch beraten
- 3. Relegationsspiel Hertha BSC gibt sich offenbar geschlagen
- 4. Stromerzeugung Solaranlagen liefern so viel Strom wie fast 20 Atommeiler
- 5. Nach Berufung Hertha BSC schickt seine Spieler in den Urlaub














