Facebook-Börsengang
Mark Zuckerberg – 28 Milliarden Dollar mit 27 Jahren
Nach dem Börsengang wird Facebook-Gründer Zuckerberg zu den zehn reichsten Menschen der Welt gehören. Doch er will bescheiden leben.
Von Geoffrey A. Fowler, WSJ.de
Facebooks Börsengang wird Unternehmensgründer Mark Zuckerberg reich machen: Nachdem erste Details bekannt sind, wird Zuckerbergs Vermögen auf zwischen 21 und 28 Milliarden Dollar geschätzt.
Wie aus den Unterlagen zum Börsengang hervorgeht, gehören Zuckerberg 28 Prozent von Facebook. Damit ist er der größte Einzelaktionär . Gelingt es dem Unternehmen, bei seinem Börsengang 100 Milliarden Dollar einzunehmen, wäre dessen Gründer 28 Milliarden Dollar schwer.
Neben seinem stattlichen Aktienpaket kassiert Zuckerberg auch ein Gehalt : Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 1,49 Millionen Dollar an Zuckerberg überwiesen. Ebenfalls Teil des Angebotsprospekts ist die Ankündigung, dass Zuckerberg einen Teil seiner Aktien beim Börsengang verkaufen wird – unklar bleibt allerdings wie viele. Zuckerberg gibt an, mit dem Erlös Steuern bezahlen zu wollen.
Ist Zuckerberg bald wirklich um 28 Milliarden Dollar reicher, nähme er Platz neun in der vom US-Magazin Forbes herausgegebenen Liste der reichsten Menschen der Welt ein. Vor ihm liegen Technologie-Veteranen wie Bill Gates und Larry Ellison.
Facebook soll Demokratie verändern
Doch auch wenn Zuckerberg in den Olymp der Reichsten aufsteigt, hat er bereits gezeigt, dass er sich wohl nicht wie ein typischer Milliardär verhalten wird.In einem Brief an potenzielle Investoren betont Zuckerberg die soziale Rolle seines Unternehmens: "Facebook wurde nicht dafür gegründet, um ein Unternehmen zu sein. Es wurde gegründet, um gesellschaftliche Ziele zu erreichen", schrieb er.
Zuckerberg sieht die Gesellschaft wegen des Internets an einem Wendepunkt. Facebook gebe "den Menschen die Macht, Informationen zu tauschen und hilft dabei, viele Institutionen unserer Gesellschaft aber auch die Geschäftswelt zu verändern", fügte Zuckerberg hinzu.
Damit meint der reiche Jungunternehmer auch Regierungen: "Mit der Zeit werden sich Regierungen wieder mehr mit Fragen und Problemen auseinandersetzen, die ihnen vom Volk direkt übermittelt werden und nicht durch Interessengruppen, die nur von wenigen kontrolliert werden", sagt Zuckerberg.
In Sportlerkluft zu Obama
Der Internet-Milliardär wuchs in Dobbs Ferry im Bundesstaat New York als Sohn eines Zahnarztes und einer Psychiaterin auf. Er schloss eine Elite-Highschool ab und wechselte anschließend nach Harvard. Dort gründete er Facebook in seinem Studentenzimmer. Inzwischen ist der Unternehmer von einem Studenten im Grundstudium zur Stimme einer ganzen Gründergeneration geworden.
Als er mit Facebook gerade erst nach Palo Alto in Kalifornien umgezogen war, war Zuckerberg dafür bekannt, Meetings in Flipflops abzuhalten und verschwendete nicht viel Zeit darauf, das Anzeigengeschäft anzuschieben. Er gab sogar Visitenkarten aus, auf denen stand, "Ich bin der CEO, Schlampe."
Inzwischen hat Zuckerberg seine Garderobe leicht verändert und trägt geschlossene Sportschuhe. Selbst zu Treffen mit Präsident Obama oder Talk-Show-Legende Oprah Winfrey geht Zuckerberg sportlich. Facebook ist inzwischen so mächtig, dass Unternehmen selbst in teuren Werbespots während der US-Footballmeisterschaft auf ihre Facebook-Seiten verweisen.
Zuckerbergs Hund hat eine Facebook-Seite
Zuckerberg hat auch den Lebensstil der neuen Gründergeneration definiert. Statt mit schnellen Autos und teuren Häusern zeigt sich Zuckerberg mit seinen Nachbarn häufig während langer Spaziergänge mit seinem Hund - der eine eigene Facebook-Seite hat. Auch wohnt Zuckerberg in einem verhältnismäßig bescheidenen Haus.
Als 2010 der Film "The Social Network" die frühen Jahre von Facebook durchaus kritisch beleuchtete, lud Zuckerberg all seine Angestellten ins Kino ein und schaute den Film mit ihnen an. Auch zögerte Zuckerberg nicht, sich einen Ruf als Philanthrop zu machen. Als 2010 der Kinofilm über Zuckerberg hohe Wellen schlug, gründete dieser eine Stiftung und stellte öffentlichen Schulen in den USA 100 Millionen Dollar zur Verfügung.
Ende 2010 unterzeichnete er gemeinsam mit seinem ehemaligen Zimmergenossen im Studentenwohnheim und späteren Mitbegründer von Facebook, Dustin Moskovitz, eine Erklärung: Beide werden ihr Leben lang den Großteil ihres Vermögens spenden.
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