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02.02.12

Deutsche Bank

Schuldenkrise verdirbt Ackermann den Abschied

Josef Ackermann hat zum letzten Mal die Bilanz der Deutschen Bank präsentiert. Und eigentlich wollte er seinen Abschied als Chef mit einem Rekordgewinn für Deutschlands größtes Geldhaus krönen. Nun gibt er sogar sein umstrittene Renditeziel auf.

picture-alliance / dpa/dpa

Seinen beruflichen Werdegang begann er bei der Schweizerischen Kreditanstalt, heute besser bekannt unter dem Namen Credit Suisse. Er durchlief dort mehrere Stationen unter anderem New York und London und wurde 1993 Vorsitzender des Geldhauses.

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Die Euro-Schuldenkrise macht Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich wollte der Schweizer zu seinem Abschied einen Rekordgewinn von zehn Milliarden Euro präsentieren. Doch davon ist Deutschlands größtes Geldhaus nun meilenweit entfernt. Es sind nur etwas über die Hälfte geworden: 5,4 Milliarden vor Steuern, wie das Institut am Donnerstag mitteilte

Im vierten Quartal fiel sogar ein Verlust an, weil die große Verunsicherung der Investoren das einst lukrative Kapitalmarktgeschäft zum Stillstand brachte. Vom Investmentbanking ist die Bank zum Leidwesen der Ratingagenturen nach wie vor sehr abhängig. Zuwächse im Privatkundengeschäft konnten die Einbußen nicht ausbügeln. Auf griechische Staatsanleihen fielen weitere Abschreibungen an.

Zielmarke von "zehn Milliarden plus" bleibt

Ackermann hält aber weiter an der Zielmarke fest: "Zehn Milliarden plus sind weiter eine realistische Größenordnung, die die Bank erreichen kann", sagte der Schweizer.

Es wird aber nun Aufgabe von Ackermanns Nachfolgern Anshu Jain und Jürgen Fitschen sein, irgendwann einmal zweistellige Milliardengewinne einzufahren und damit zu großen US-Rivalen wie JPMorgan aufzuschließen.

Ackermann sprach am Donnerstag von "ansehnlichen" Ergebnissen. "Unsere 'klassischen' Geschäftsfelder haben 2011 mit Rekordergebnissen marktbedingte Schwächen im Investmentbanking ausgeglichen." Ein Jahr zuvor hatte das Institut wegen massiver Abschreibungen auf die Tochter Postbank nur vier Milliarden Euro verdient. Die Dividende soll 2011 mit 75 Cent stabil bleiben.

Attac protestiert vor Deutsche-Bank-Gebäude

Vor der Verkündung der Zahlen hatten Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerks Attac gegen die Geschäftspolitik des Geldinstituts protestiert. Rund ein Dutzend Demonstranten stellte sich im Bankenviertel vor das Gebäude, in dem der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann die Geschäftszahlen präsentieren wollte. Sie schwenkten Fahnen und versuchten, das Vordach des Eingangsbereiches zu erklimmen. Die Polizei löste die Protestaktion auf. Ackermann betrat das Gebäude schließlich über einen Hintereingang.

Eine Dekade stand der bald 64-Jährige an der Konzernspitze. Zuletzt eilte er von Krisengipfel zu Krisengipfel, um als Vertreter der internationalen Bankenbranche eine Lösung für das hochverschuldete Griechenland auszuhandeln. Mit der Hauptversammlung im Mai übergibt Ackermann nun das Ruder an das neue Führungsduo. Bankexperten sind skeptisch, dass das Institut schnell wieder zu Hochform auflaufen kann.

Analysten enttäuscht

Das Jahresergebnis lag deutlich unter den Analystenerwartungen, die der Bank im Schnitt vor Steuern 6,8 Milliarden Euro zugetraut hatten. Wesentlicher Grund waren das überraschend schwache vierte Quartal sowie Sonderbelastungen, etwa Abschreibungen auf kriselnde Unternehmensbeteiligungen. Nach Steuern verdiente das Frankfurter Institut 2011 mit 4,3 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr (2,3 Milliarden) - allerdings nur dank Steuereffekten.

Renditeziel von 25 Prozent aufgegeben

Kurz vor seinem Abschied gibt Ackermann nun auch das umstrittene Renditeziel von 25 Prozent auf. "Die Renditen im Banking sind derzeit nicht berauschend", sagte der Schweizer am Donnerstag. Zudem müsse eine Bank mittlerweile 50 Prozent mehr Eigenkapital vorhalten als früher. Daher sei heute bei der Eigenkapitalrendite vor Steuern mittelfristig eher eine Größenordnung von 20 Prozent realistisch. Kurzfristig gehe es es sogar eher um 15 bis 18 Prozent. I

Am Markt machte sich große Enttäuschung breit. Vorbörslich notierte die Deutsche-Bank-Aktie sechs Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag, konnte sich dann wieder leicht erholen, lag aber gegen Mittag bei einem Wert von knapp über 33 Euro mit einem Minus von 2,5 Prozent in der Tagesverlierergruppe des Dax. Als Ackermann das Ruder übernommen hatte, war der Kurs noch doppelt so hoch. Auch andere Finanzaktien haben in dem Zeitraum allerdings ähnlich stark an Wert verloren.

Quelle: Reuters/dpa/dapd/ap
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