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01.02.12

"Doppeltes Spiel"

Rüstungsexperte kritisiert Sarkozys Rafale-Deal

Nachdem Frankreich EADS ausgebootet hat, wird Kritik an dem Deal laut. SPD-Politiker Arnold wirft dem französischen Präsidenten ein "doppeltes Spiel" vor.

© picture alliance / dpa
Französisches Kampfflugzeug "Rafale"
Französisches Kampfflugzeug "Rafale": Wurde der Deal mit Indien fair abgewickelt?

Nach der Entscheidung Indiens gegen den Eurofighter von EADS und für den Kauf von 126 französischen Kampfflugzeugen vom Typ Rafale hat der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold Frankreich scharf kritisiert.

"Präsident Nicolas Sarkozy hat sich vor den Wahlen in seinem Land enorm in die Verhandlungen reingehängt und auf Kosten Deutschlands viel zu sehr eingemischt. Gegenüber Deutschland hat er ein doppeltes Spiel gespielt", sagte Arnold der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Der SPD-Politiker beklagte, Deutschland und Frankreich seien von einer guten Zusammenarbeit in Fragen der Rüstungsindustrie noch weit entfernt. "Die Bundesregierung sollte unsere rüstungspolitischen Interessen bei einem Land wie Indien viel hartnäckiger vertreten und vor allem Frankreich zeigen, dass auch wir in der Lage sind, unsere Interessen wahrzunehmen", sagte er.

Um den Großauftrag hatten sich neben Eurofighter auch die USA mit gleich zwei Mustern, der F/A-18 "Super Hornet" und einer Sonderversion der F-16, beworben. Daneben waren Frankreich mit der Rafale von Dassault, Schweden mit der Saab JAS-39 Gripen sowie Russland mit der MiG-35 Fulcrum im Rennen.

Zum Schluss fiel die Entscheidung allerdings nur noch zwischen dem Eurofighter und der Rafale, wobei der Eurofighter nach Einschätzung von Luftfahrtexperten "technisch die Nase vorn" hatte.

Inder gaben günstigerem Angebot den Zuschlag

Der Zuschlag für den französischen Auftrag erfolgte nach Angaben eines indischen Regierungsbeamten aufgrund des günstigeren Angebots von Dassault. Insidern zufolge soll das Eurofighter-Angebot um insgesamt nur fünf Millionen US-Dollar über der französischen Offerte gelegen haben. Diese Zahl wollte der Cassidian-Sprecher nicht kommentieren. Man werde die Entscheidung des indischen Verteidigungsministeriums "respektieren", sagte er lediglich.

Frankreich hatte in der Vergangenheit auf dem Subkontinent für seinen Kampfjet geworben. Indien, das mit rund 700 Kampfflugzeugen über die viertgrößte Luftwaffe der Welt nach USA, Russland und China verfügt, wird dabei eine Nähe zu französischen Kampfflugzeugen nachgesagt.

Frankreich hatte sich 1985 aus dem Projekt eines gemeinsamen europäischen Jagdflugzeugs verabschiedet und die Rafale - französisch für Windstoß – im Alleingang entwickelt. Der Eurofighter wird von Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien hergestellt.

Quelle: dapd/tat
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