Stellenstreichungen
Vattenfall behält Kundenservice, baut aber ab
Der Energieriese Vattenfall will seinen Kundenservice nun doch nicht ausgliedern. Allerdings sollen in Berlin und Hamburg 300 der 900 Stellen gestrichen werden. Betriebsbedingte Kündigungen will Vattenfall dabei vermeiden.
Deutschlands viertgrößter Energieanbieter Vattenfall Europe AG setzt beim Kundenservice den Rotstift an. Spätestens 2014 will das Unternehmen dort jährlich Kosten von 27 Millionen Euro sparen. Das entspricht 300 der gut 900 Stellen in Berlin und Hamburg, wie eine Sprecherin am Dienstag in Berlin sagte. Betriebsbedingte Kündigungen solle es nach Möglichkeit nicht geben. Die Beschäftigen erhalten nun Angebote für Altersteilzeit, Teilzeit oder Abfindungen.
Damit gab Vattenfall Überlegungen auf, den Kundenservice mit 900 Mitarbeitern in Berlin und Hamburg auszugliedern. Dagegen hatte die Gewerkschaft Verdi protestiert. In Gewerkschaftskreisen war am Dienstag von "Erpressung" die Rede. "Die Drohung war: Wenn Ihr nicht mitspielt, werdet Ihr verkauft, und die Arbeitsbedingungen bei den Interessenten wären deutlich schlechter gewesen."
Der schwedische Staatskonzern Vattenfall will bei seiner deutschen Tochter nach Angaben vom Dezember jährlich 600 Millionen Euro sparen. Gründe sind die Kosten für den deutschen Atomausstieg und den Folgen der Finanzkrise. Vattenfall Europe beschäftigt rund 20 000 Mitarbeiter in Deutschland. Vom Stellenabbau im Kundenservice sollen Hamburg und Berlin entsprechend ihrer Größe gleichermaßen betroffen sein. In Berlin arbeiten etwas mehr Beschäftigte im Service.
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