Automobilhersteller
Das Geschäft brummt bei BMW in Berlin
Der Automobilhersteller BMW legt in der Hauptstadt vor allem im Großkundengeschäft und beim Absatz des Mini kräftig zu. Und auch die Nachfrage nach gebrauchten Fahrzeugen ist überdurchschnittlich gewachsen.
Von Nikolaus Doll
Die Italiener sagen Be-emwu, die Angelsachsen Bie-emdabelju, die Chinesen Bau-ma, was wörtlich übersetzt "edles Pferd" bedeutet – aber am Ende meinen alle dasselbe: den bayerischen Automobilhersteller BMW. Ab kommender Woche wird man Wortschöpfungen wie diese in Berlin wieder hören. Dann ist Berlinale, und BMW fährt als Hauptsponsor die Großen der Filmbranche aus aller Welt in seinen Modellen durch die Stadt. Das ist ein schöner Imagegewinn für die Münchner und nicht ihr einziger Erfolg in der Hauptstadt. "Im vergangenen Jahr haben wir hier so viele Autos verkauft wie nie zuvor", sagt Hans-Reiner Schröder, Direktor der BMW-Niederlassung.
2011 war insgesamt ein gutes Autojahr, vor allem für die deutschen Hersteller, allen voran die Premium-Autobauer. BMW ist den Konkurrenten Mercedes und Audi – was die Verkaufszahlen weltweit in Summe angeht – ein Quäntchen voraus und auch in Berlin gut im Geschäft. 8311 Neu- und Gebrauchtfahrzeuge hat die Niederlassung im vergangenen Jahr dort verkauft, fast 15 Prozent mehr als 2010. Zum Vergleich: 2001 waren es 5043 neue und gebrauchte Fahrzeuge. Schröder will den Absatz im laufenden Jahr um weitere rund zehn Prozent steigern.
Vor allem das Großkundengeschäft brummt bei BMW in der Hauptstadt, aber auch die Nachfrage nach gebrauchten Fahrzeugen ist überdurchschnittlich gewachsen. Der Renner war aber der kleinere Bruder in der BMW Group, der Mini. Das Absatzplus lag bei 31 Prozent, absolut wurden 728 Stück verkauft. Die Verkaufszahlen von Motorrädern, die allesamt in Berlin gebaut werden, pendeln auf konstantem Niveau. Der Umsatz der Niederlassung lag bei 251 Millionen Euro, 15 Prozent über dem Vorjahreswert.
Die Hauptstadt ist das Schaufenster des Landes
Berlin ist ein harter Markt für Premiumhersteller. Die Kaufkraft der Berliner liegt deutlich unter der anderer Großstädter in Deutschland. Dennoch ringen die großen Drei – BMW, Mercedes und Audi – verbissen um Marktanteile an der Spree. Dort, wo die BMW-Niederlassung gegen Mercedes und Audi antritt, liegt sie in absoluten Verkaufszahlen vor den Wettbewerbern. Ein direkter Vergleich ist allerdings schwierig, weil BMW ein anderes Vertriebssystem als die Stuttgarter und Ingolstädter hat. "Berlin ist einfach wichtig, Das ist die Hauptstadt und das Schaufenster des Landes", sagt Hans-Reiner Schröder. Schon deshalb zieht BMW nach und baut – so wie zuvor Mercedes am Salzufer – eine repräsentative Hauptstadtniederlassung. 2014 soll sie an der Ecke Kaiserdamm/Messedamm bezogen werden, kündigt Schröder an, der vor seiner Station in Berlin Niederlassungsleiter für BMW in Nürnberg war.
Ausgerechnet Nürnberg: Die Frankenmetropole ist auch der Grund, warum Sandra Bullock kommende Woche sicher kein Problem haben wird, den Namen BMW korrekt auszusprechen. Der Hollywoodstar, der sich zur diesjährigen Berlinale angesagt hat, lebt zwar in den USA, spricht aber fließend Deutsch. Gelernt hat Bullock es in ihrer Kindheit, die sie in Nürnberg verbrachte.
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