Großauftrag
Siemens baut Gasturbinen für die Wüste
Siemens hat einen Großauftrag aus Saudi-Arabien erhalten: Für knapp 790 Millionen Euro liefert der Konzern Gasturbinen, Dampfturbinen und Generatoren für ein hochmodernes Kraftwerk in der Wüste.
Das Berliner Gasturbinenkraftwerk von Siemens hat einen Großauftrag an Land gezogen. Für mehr als eine Milliarde Dollar (787 Millionen Euro) liefert der Konzern ein Dutzend Gasturbinen, sechs Dampfturbinen und 18 Generatoren nach Saudi-Arabien, wie Siemens am Mittwoch mitteilte. Zudem habe der Abnehmer Samsung C&T einen langfristigen Wartungsvertrag mit dem Konzern abgeschlossen.
Das Kraftwerk Qurayyah, das im Osten Saudi-Arabiens entsteht, soll eine Leistung von 4000 Megawatt erreichen und wird unter der Führung der saudischen ACWA Power für insgesamt 2,8 Milliarden Dollar gebaut. Konsortialpartner sind die koreanische Samsung und ein Regionalfonds internationaler Banken, die künftig gemeinsam als unabhängiger Anbieter Strom für das Königreich verkaufen wollen. Geplant ist, dass die Anlage 2014 ans Netz geht.
Für den Auftrag hat Siemens Schützenhilfe aus den USA erhalten, wo zehn der zwölf Gasturbinen sowie die Generatoren gebaut werden sollen. Die staatliche Ex-Im-Bank stellte den Saudis zur Finanzierung des Projekts einen Kredit über 638 Millionen Dollar zur Verfügung. Das Darlehen unterstütze Präsident Barack Obamas Jobprogramm, sagte Bankchef Fred Hochberg. In seinem Gasturbinenwerk im Bundesstaat North Carolina will Siemens 825 neue Arbeitsplätze schaffen. Zwei Gasturbinen entstehen im Berliner Siemens-Werk, die Dampfturbinen in Mülheim an der Ruhr.
Siemens habe im Rennen um den Auftrag den US-Rivalen GE sowie japanische und koreanische Konkurrenten ausgestochen, sagte US-Landeschef Randy Zwirn. Auf Bestellungen von Energietechnik aus Saudi-Arabien ist Siemens besonders stolz: Der Ölstaat galt noch bis vor Kurzem als Stammkunde von GE. Anfang 2011 brachen die Münchner erstmals die Dominanz der Amerikaner und erhielten einen Auftrag über zwölf Gas- und fünf Dampfturbinen sowie Anlagen zur Meerwasserentsalzung von einem arabisch-chinesischen Konsortium. Zugleich hatte Siemens angekündigt, auf "Drängen" der Monarchie vor Ort ein Gasturbinenwerk aus der Wüste zu stampfen.
Die Siemens-Gasturbinen werden am Siemens-Standort in Moabit entwickelt und größtenteils dort auch gebaut. In dem Berliner Werk arbeiten rund 3500 Beschäftigte.
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