Schuldenkrise
Roland Berger hält Euro-Crash für möglich
Der bekannte Berater sieht ein deutliches Risiko für den Zusammenbruch der Währung. Zugleich kündigt der EFSF eine bessere Absicherung für Investoren an.
Der deutsche Unternehmensberater Roland Berger hält einen Crash des Euro für möglich. "Ein Zusammenbruch des europäischen Währungssystems und damit des Euro ist nicht ausgeschlossen. Die Wahrscheinlichkeit liegt nach meiner Meinung bei zehn bis 15 Prozent," sagte er der "Bild am Sonntag".
Das klinge harmloser, als es sei. Denn eine Währung lebe allein vom Vertrauen der Märkte und der Bürger. "Der materielle Unterschied zwischen einer Zehn- und einer 100-Euro-Note entsteht nur durch die aufgedruckte Zahl. Der Rest ist Papier. Und deshalb stellt auch ein Restzweifel von zehn Prozent an einer Währung eine relativ gefährliche Situation dar," ergänzte er.
Berger ist überzeugt, dass die Kosten eines Scheiterns des Euro höher sind als die einer Rettung. "Zu den politischen Kosten gehört, dass die Stimme Europas weltweit ihr Gesicht verlöre. Und die sozialen Kosten bestünden darin, dass durch eine weltweite Rezession Arbeitsplätze, Wohlstand und politische Stabilität weltweit und nicht zuletzt in Europa verloren gingen."
Nach seinen Worten wird die Staatsschuldenkriese noch Jahre anhalten. "Das Ganze wird nicht ohne die berühmten sieben mageren Jahre für die europäische Wirtschaft abgehen."
Zugleich kündigte Klaus Regling, der Chef des vorläufigen Euro-Rettungsschirms EFSF, eine bessere Absicherung möglicher Investoren an. Nach Informationen von "Bild am Sonntag" sollen Investoren außerhalb der Euro-Zone eine staatliche Absicherung von bis zu 30 Prozent erhalten. Die bisherige 20-Prozent-Garantie sei den Investoren wegen des hohen Risikos zu niedrig, sagte Regling.
Wegen der angespannten Lage auf den Märkten wird nach Informationen der Zeitung in der Regierung auch über einen Blitzstart für den dauerhaften Rettungsschirm ESM nachgedacht.
Debattiert werde, ob statt der geplanten fünf Tranchen verteilt auf mehrere Jahre der Fonds nicht auf einen Schlag von den Regierungen mit den geplanten 80 Milliarden Euro ausgestattet werden soll, um den Märkten ein klares Signal zu geben, dass es den Euro-Staaten mit der Rettung der Währung ernst sei.
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