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07.01.12

Rekordzahlen

Warum Samsung bei Smartphones Weltmeister ist

Samsung trumpft mal wieder mit einer Rekordmeldung auf: Im Weihnachtsgeschäft verkauften die Südkoreaner 35 Millionen Smartphones. Die Konkurrenten rätseln über das Erfolgsrezept.

Computer Bild

HTC Titan Stärken: Gute Fotoqualität, trotz großem Bildschirm handlich, einfache Bedienung Schwächen: Kein USB-Abgleich für Kalender et cetera mit PC, mittelmäßiger Empfang Testnote: gut (2,13) Preisurteil: noch preiswert Preis: 550 Euro

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Es ist eine Rekordmeldung von Samsung, wieder einmal. Vor allem der Boom internetfähiger Handys lässt beim südkoreanischen Technologiekonzern die Kassen klingen. Samsung untermauert mit Rekord-Absatzzahlen seine Position als Smartphone-Weltmarktführer vor dem iPhone-Hersteller Apple. Im abgelaufenen Quartal verkaufte der südkoreanische Elektronikkonzern etwa 35 Millionen internetfähige Handys. Zum Vergleich: Analysten rechnen damit, dass der US-Konkurrent Apple im Weihnachtsquartal rund 30 Millionen iPhones verkauft hat.

Folgerichtig erwartet der Weltmarktführer bei Speicherchips und LCD-Fernsehern für das Schlussquartal 2011 den höchsten operativen Quartalsgewinn der Firmengeschichte. Wie Samsung am Freitag in einem Ausblick mitteilte, erhöhte sich der aus der normalen Geschäftstätigkeit erwirtschaftete Gewinn zwischen Oktober und Dezember im Jahresvergleich um 72,8 Prozent auf umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro.

Das sind zunächst die reinen Zahlen. Aber sie untermauern Beobachtungen, die wohl jeder im Land schon gemacht hat. Samsung ist omnipräsent, in den Märkten für Unterhaltungselektronik. Vor allem mit Flachbildfernsehern und Smartphones mischen die Südkoreaner den Markt auf. Galt vor wenigen Jahren noch Sony als führender asiatischer Konzern für Unterhaltungselektronik, so ist es nun längst Samsung. Und wenn es um internetfähige Mobilgeräte – Smartphones und Tablet-Computer – geht: Da ist Samsung längst der härteste Konkurrent von Apple, Maß aller Dinge.

Immer mehr Kunden greifen bei Smartphones der Samsung-Reihe Galaxy zu. Vor allem in das Modell "Galaxy Note" setzen die Südkoreaner große Hoffnungen. Das Gerät, das ebenso als Tablet-Computer wie als Smartphone genutzt werden kann, feierte in Asien und einigen europäischen Ländern einen erfolgreichen Markteintritt. Zurzeit sind die Modelle der Südkoreaner im Verständnis vieler Kunden die einzigen, die den begehrten Modellen von Apple nahe kommen. Fondsmanager Kim Yun-Sang konstatiert: "Während viele damit rechnen, dass die Innovationen bei Apple etwas abebben, wird Samsung in diesem Jahr seine Führung auf dem Smartphone-Markt ausbauen."

Während Apple mit dem neuen iPhone 4S versucht, dagegen zu halten, geraten vor allem Konkurrenten wie Nokia und der Blackberry-Hersteller Research in Motion immer weiter ins Hintertreffen. Übereinstimmenden Brancheneinschätzungen zufolge kann Samsung nur durch das schwächelnde Wachstum auf dem PC-Markt, das sich wiederum auf die Chipnachfrage und die Preise auswirkt, einen Rückschlag erleiden.

Mit einem Marktwert von 118 Milliarden Euro ist Samsung die wertvollste Technologiefirma Asiens. Ein Ende des Aufwärtstrends auf dem Smartphone-Markt ist derzeit nicht absehbar. Experten rechnen mit 170 Millionen verkauften computerfähigen Mobilfunkgeräten in diesem Jahr. Zuletzt kam Samsung auf geschätzt 95 Millionen Exemplare.

Die Rivalität von Apple und Samsung äußert sich derzeit in einer Vielzahl von gerichtlichen Auseinandersetzungen, obwohl Samsung auch als Zulieferer für die Amerikaner tätig ist. So fechten die Elektronikgiganten vor verschiedenen Gerichten weltweit einen erbitterten Patentstreit aus. Dabei geht es unter anderem um Ähnlichkeiten zwischen dem iPad und dem Galaxy 10.1.

Der Aufstieg Samsungs in den vergangenen Jahren ist fast märchenhaft. Schritt für Schritt erobern die Südkoreaner Top-Positionen in Schlüsseltechnologien. Auch die meisten Flachbildfernseher, Batterien und Speicherchips entstehen in den Fabriken von Samsung. Dabei brechen die Asiaten gängige Erfolgsmuster der Managementlehre. Sie konzentrieren sich vor allem nicht auf ein sogenanntes Kerngeschäft.

Die 344.000 Mitarbeiter weltweit arbeiten in insgesamt 83 Unternehmen der Gruppe, die von der Gründer-Familie Lee immer noch kontrolliert wird. Auch heute noch ist Samsung in vielen Industrien unterwegs, die miteinander wenig zu tun haben: Chemie, Schwerindustrie, Maschinenbau, Finanzprodukte, Mikroprozessoren und Versicherungen. Es gibt sogar einen Samsung-Vergnügungspark. Gäste empfängt Samsung in Seoul gern im hauseigenen Luxushotel Shilla. Doch Samsungs Flagschiff-Geschäft ist Samsung Electronics mit 190.000 Mitarbeitern auf der ganzen Welt. 1969 baute Samsung das erste Transistorradio, heute macht Samsung Electronics mehr Umsatz als Sony oder Apple.

Immer wieder müht sich das Management, den riesigen Konzern flexibel zu halten, teils mit recht ungewöhnlichen Maßnahmen. So rief der Chairman Lee Kun-hee 1993 aus Unzufriedenheit mit der Qualität der Samsung-Produkte seinen Mitarbeitern entgegen: "Ändert alles außer eure Frauen und Kinder." Die Botschaft ist wohl angekommen.

Quelle: rtr/hev
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