Arbeitszeit
Deutsche sammeln massenhaft Überstunden an
Die deutschen Arbeitnehmer haben 2011 ihre Arbeitszeitkonten kräftig aufgestockt. Bricht die Konjunktur ein, könnte das den Firmen helfen.
Die derzeit noch gute Konjunktur verschafft den Unternehmen wieder mehr Spielraum für einen flexiblen Einsatz ihrer Arbeitskräfte in einer möglicherweise drohenden Krise. Dank zunehmender Überstunden füllen sich die Arbeitszeitkonten auf, die zum Abfedern einer schlechten Auftragslage genutzt werden können.
Die Arbeitszeitreserven seien vom zweiten Quartal 2010 bis zum dritten Vierteljahr 2011 um durchschnittlich 6,9 Stunden je Arbeitnehmer gestiegen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit. Der Abbau der Arbeitszeitkonten um rund zwölf Stunden in der Krise sei damit zu mehr als der Hälfte wieder ausgeglichen. Die bezahlten Überstunden sind nach Berechnungen der Nürnberger Forscher der Bundesagentur für Arbeit (BA) bereits seit Jahresbeginn wieder auf Vorkrisenniveau. Arbeitsausfälle durch Kurzarbeit spielten inzwischen nur noch eine geringe Rolle.
Mit der vorübergehenden Verkürzung der Arbeitszeit hatten die Firmen den Wirtschaftseinbruch überraschend gut und ohne einen drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit gemeistert. Dazu wurden Guthaben auf Arbeitszeitkonten abgebaut und Überstunden verringert. Zeitweise gab es weit über eine Million Kurzarbeiter, für deren Lohneinbußen durch Arbeitsausfall die BA mit Milliardenzahlungen aufkam.
"Die in der Wirtschaftskrise aufgelösten Arbeitszeitreserven sind inzwischen großenteils wieder aufgebaut, und wegen der guten Konjunktur stieg die Beschäftigtenzahl kräftig", erklärten die IAB-Arbeitsmarktforscher Eugen Spitznagel und Ines Zapf. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten sei im dritten Quartal mit 24,052 Millionen Arbeitnehmern um 1,7 Prozent höher gewesen als vor einem Jahr.
Die Teilzeitbeschäftigten, deren Anteil an allen Beschäftigten mit gut 34 Prozent geringfügig sank, legte um 0,4 Prozent auf 12,647 Millionen zu. Die Zahl aller Erwerbstätigen stieg im dritten Quartal im Jahresvergleich um 1,2 Prozent auf 41,235 Millionen.
Unter Berücksichtigung von Teilzeit , Überstunden, Krankheit und ähnlichem arbeitete jeder von ihnen unter dem Strich durchschnittlich im dritten Quartal 358,3 Stunden. Das seien 0,2 Prozent mehr gewesen als vor einem Jahr. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen stieg im Jahresvergleich um1,4 Prozent auf 14,776 Milliarden Stunden.
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