Verlustgeschäft
Lufthansa verkauft BMI an British Airways
Die Lufthansa verkauft ihre Tochter-Airline BMI an British Airways und wird damit einen langjährigen Verlustbringer los. BMI gehe für brutto 207 Millionen Euro an den British-Airways-Mutterkonzern IAG, teilten Lufthansa und IAG am Donnerstag mit.
Die Lufthansa verkauft ihre Tochter-Airline BMI an British Airways und wird damit einen langjährigen Verlustbringer los. BMI gehe für brutto 207 Millionen Euro an den British-Airways-Mutterkonzern IAG, teilten Lufthansa und IAG am Donnerstag mit. Unter dem Strich werde die Lufthansa aber noch Geld drauf zahlen, da etwa noch Pensionsverpflichtungen für BMI übernommen werden.
Eine Grundsatzvereinbarung über den Verkauf war bereits Anfang November unterzeichnet worden. An der Börse kam der Abschluss des Geschäfts gut an: Die Lufthansa-Aktie stieg um zwei Prozent aus 9,20 Euro.
BMI war ein großer Bremsklotz für die deutsche Fluggesellschaft. Seit der Vollübernahme 2009 flogen die Briten Verluste von 315 Millionen Euro ein. BMI ist auf den britischen Markt fokussiert und passt daher nicht in das Streckennetz der Lufthansa. Zudem hatte Lufthansa BMI verstärkt als Ferienflieger in die Urlaubsländer Nordafrikas ausgerichtet. Dieses Geschäft brach jedoch wegen der Unruhen in der Region ein.
An BMI war auch die Fluglinie Virgin Atlantic interessiert. Bis zuletzt verhandelte die Lufthansa parallel mit British Airways wie auch mit Virgin Atlantic. Virgin hoffte darauf, dass die Wettbewerbsbehörden sich gegen den Zusammenschluss zweier großer britischer Fluggesellschaften aussprechen. Bedenklich sei insbesondere die dominante Position von British Airways am Großflughafen London-Heathrow, die durch die Transaktion noch gestärkt werde, argumentierte Virgin.
Die Lufthansa betonte deshalb auch, dass der Deal nur gelte, wenn die Kartellbehörden grünes Licht geben. Der Abschluss der Transaktion sei für das erste Quartal 2012 geplant.
BMI hält neun Prozent der im Branchenjargon Slots genannten Landerechte in Heathrow – British Airways kontrolliert 42 Prozent. Die Rechte sind viel wert, da der Flughafen aus allen Nähten platzt. Neue Slots sind nicht in Sicht, da Pläne für den Bau einer dritten Landebahn wieder gekippt wurden. Am Frankfurter Flughafen ist dagegen Ende Oktober bereits die vierte Flugzeugpiste in Betrieb gegangen.
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