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12.12.11

Sanierungsprogramm

Air Berlin erhöht seine Ticketpreise

Mit Beginn des Sommerflugplans müssen Reisende mehr für ihr Air-Berlin-Ticket bezahlen. Unternehmenschef Hartmut Mehdorn will bald wieder schwarze Zahlen schreiben.

© dapd/DAPD
Mehdorn fordert Abschaffung der Luftverkehrssteuer
Will das Unternehmen wieder auf Kurs bringen: Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin erhöht zum Beginn des Sommerflugplans ihre Preise. Dies werde schrittweise erfolgen und für alle Strecken unterschiedlich ausfallen, sagte der Air-Berlin-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn der Zeitung Bild.

Der ehemalige Bahnchef ist davon überzeugt, die angeschlagene Gesellschaft wieder in die schwarzen Zahlen bringen zu können. "Das wirtschaftliche Umfeld ist momentan schwierig, der Euro ist schwach, die Kunden sind zögerlich, und die Konkurrenz ist stark. Aber ich sage, wir werden es schaffen", betonte Mehdorn.

Weitere Stellenstreichungen seien aktuell nicht geplant. Komplett ausschließen könne er das vor dem Hintergrund der derzeitigen Schuldenkrise allerdings nicht, sagte Mehdorn.

Luftverkehrssteuer belastet

Im Hinblick auf die Luftverkehrssteuer appellierte Mehdorn an die Bundesregierung. Der Verlust, den Air Berlin in diesem Jahr mache, entspreche im Wesentlichen der Höhe der Luftverkehrssteuer, die die Gesellschaft zahle. "Eine umsichtige Bundesregierung würde das sehen und in Krisenzeiten die Steuer erst mal nicht erheben", sagte Mehdorn.

Am Wochenende hatte Air Berlin einen Bericht zurückgewiesen, wonach die Gesellschaft ihren Sparkurs verschärfen wolle. Eine Sprecherin sagte, Air Berlin sehe keinen Grund, am bestehenden Umfang des Sanierungsprogramms etwas zu ändern. Das Ziel sei weiterhin, im Jahr 2012 Ergebnisverbesserungen in Höhe von 200 Millionen Euro zu erreichen.

Zuvor hatte die Zeitung "Wirtschaftswoche" berichtet, Air-Berlin-Chef Mehdorn wolle künftig 250 Millionen Euro pro Jahr einsparen und dafür das aktuelle Sanierungsprogramm ausbauen. Das laufende Jahr werde das Unternehmen Insidern zufolge mit einem Rekordminus von knapp 200 Millionen Euro beenden, schrieb die Zeitung. Das wäre doppelt so viel wie im Vorjahr.

Nach neun Monaten hatte sich der Nettogewinn der Gesellschaft von 135,9 Millionen Euro im Vorjahr auf 30,2 Millionen Euro reduziert, wie Air Berlin im November mitgeteilt hatte. Den Gewinnrückgang führte Mehdorn bereits damals im Wesentlichen auf die Luftverkehrssteuer zurück.

Quelle: dapd/mim
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