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28.11.11

Konsumklima

Zu Weihnachten sitzt das Geld bei Deutschen locker

Konsumklima in Deutschland hat sich nach jüngsten Daten der GfK trotz der europäischen Krise weiter verbessert. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft sitzt den Menschen das Geld locker, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK/Nürnberg) am Montag in Frankfurt hervorhob.

Pünktlich zu Weihnachten sind Deutschlands Verbraucher in bester Kauflaune. Zwar sorgen die Euro-Schuldenkrise und die trüben konjunkturellen Aussichten zunehmend für Verunsicherung, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK/Nürnberg) am Montag in Frankfurt skizzierte. Doch im diesjährigen Weihnachtsgeschäft erwarten die Konsumforscher klingelnde Kassen für den Handel in Deutschland. Und auch 2012 dürfte der private Konsum wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft bleiben.

Ein Indikator: Das Konsumklima in Deutschland hat sich nach den jüngsten Daten der GfK trotz der europäischen Krise weiter verbessert. Der Wert des monatlich von der GfK ermittelten Konsumklimaindex für November wurde von 5,3 auf 5,4 Punkte nach oben revidiert. Für Dezember sagen die Marktforscher mit 5,6 Punkten den höchsten Wert seit Mai 2011 voraus.

"Wir sind optimistisch, dass das Weihnachtsgeschäft nicht so schlecht werden wird und in etwa das Niveau des Vorjahres erreichen wird", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl der Nachrichtenagentur dpa. "Das wäre angesichts der Krise und der Umstände sehr erfreulich."

Einer GfK-Umfrage zufolge wollen 92 Prozent der Menschen in Deutschland Weihnachtsgeschenke kaufen. Ihr durchschnittliches Budget: 241 Euro. Das sind nur 4 Euro weniger als ein Jahr zuvor. Insgesamt könne der Handel mit Umsätzen von 13,7 Milliarden Euro rechnen. Im Vorjahr waren es 14 Milliarden Euro.

Auch in diesem Jahr werden am häufigsten Bücher unter dem Weihnachtsbaum liegen: 37 Prozent der 3558 Befragten greifen fürs Fest zu Lesestoff. Auf den Plätzen der beliebtesten Geschenke folgen Kleidung und Accessoires, Spielwaren, Lebensmittel und Getränke. In nahezu allen Produktkategorien werden Geschenke nach GfK-Beobachtung zunehmend per Internet bestellt. Die höchsten Umsätze winken dem Handel bei Spielwaren: 1,76 (Vorjahr: 1,57) Milliarden Euro.

"Wir sind auf gutem Weg, dass diese Zahlen, die wir als Konsumplanung erfragt haben, sich in realen Käufe umsetzen werden", sagte Bürkl. Dass viele Menschen derzeit ihr Geld gerne ausgeben, liege auch daran, dass die Sparzinsen seit Monaten extrem niedrig sind: "Der Anreiz, Geld auf die hohe Kante zu legen, ist derzeit eher gering", sagte Bürkl.

Die GfK bestätigte ihre Prognose, wonach der private Konsum im Gesamtjahr 2011 real um voraussichtlich 1,5 Prozent zulegen wird. Auch im nächsten Jahr dürften die Verbraucher das Wirtschaftswachstum anschieben. "Insgesamt werden wir einen privaten Konsum sehen, der über dem langjährigen Durchschnitt liegt", sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst. Dafür spreche, dass der Arbeitsmarkt 2012 stabil bleiben und Deutschland nicht in eine Rezession abstürzen dürfte.

Die gute Konsumstimmung der Verbraucher in Deutschland droht nach Einschätzung der GfK jedoch zunehmend von der Euro-Schuldenkrise überlagert zu werden. "Die internen Rahmenbedingungen sind immer noch gut. Die Risiken lauern derzeit eher im Ausland, die Krisenängste haben sich zuletzt verstärkt bei den Verbrauchern", sagte Bürkl.

"Die weitere Entwicklung wird ganz entscheidend davon abhängen, wie Europa mit der Staatsschuldenkrise weiter umgehen wird und ob es gelingt, nachhaltige und einmütige Lösungen zu finden." Bürkl betonte: "Es muss klar werden, dass die Politik wieder das Heft des Handels in der Hand hat."

Quelle: dpa/cb
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