Aus für Luxusmarke
Daimler lässt den Maybach stehen
Im Jahr 2002 hat Daimler den Maybach wiederbelebt – als Konkurrenz zum Rolls-Royce. Doch die Luxuslimousinen fanden weniger Anhänger als gehofft und fuhren Verluste ein. Nun zieht Daimler die Notbremse.
Einer der letzten Maybach auf der Auto-Show in Detroit – Daimler will die Marke nicht mehr fortführen
Der Autobauer Daimler zieht nach hohen Verlusten den Stecker bei seiner Luxusmarke Maybach. "Wir sind zur klaren Überzeugung gelangt, dass die Absatzchancen für die Marke Mercedes besser sind als die von Maybach", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche der "FAZ". "Es wäre nicht sinnvoll, ein Nachfolgemodell für den jetzigen Maybach zu entwickeln."
Damit ist das Aus für die 2002 reanimierte Traditionsmarke in zwei Jahren besiegelt. Statt Nachfolger für die jetzigen Maybach-Fahrzeuge zu entwickeln, will Daimler Zetsche zufolge die Palette an Oberklasse-Fahrzeugen der Mercedes-Benz S-Klasse auffächern und auf sechs Modelle verdoppeln. "Mercedes bläst jetzt auch zum Angriff in der Oberklasse", sagte Zetsche dem Blatt zufolge.
Die Zukunftsaussichten von Maybach waren seit dem Start schlecht, die hochgesteckten Absatzziele wurden nie erreicht. Zetsche bekräftigte der "FAZ" zufolge, dass die Wiedereinführung der Marke Maybach im Jahr 2002 unterm Strich ein Verlustgeschäft gewesen sei. Zuletzt wurden jedes Jahr nur wenige hundert der weitgehend in Handarbeit gefertigten Maybach-Fahrzeuge an zahlungskräftige Kunden ausgeliefert. Der direkte Konkurrent Rolls-Royce, der zu BMW gehört, schnitt besser ab.
Die vier angebotenen Maybach-Modelle, die als Chauffeur-Limousine konzipiert sind, sollen bis 2013 weiterverkauft werden. Dann soll die neue Generation der Mercedes-Benz S-Klasse auf den Markt kommen, die dann das Flaggschiff von Daimlers Pkw-Flotte bildet. Die rund 150 Beschäftigten der Maybach-Manufaktur bräuchten sich keine Zukunftssorgen zu machen, sagte Zetsche der Zeitung. Die hochqualifizierten Mitarbeiter benötige Daimler auch weiterhin.
Maybach baute bereits in den 1930er Jahren Luxuslimousinen. Zuletzt hatte Daimler erwogen, die Marke durch eine Kooperation mit Aston Martin beispielsweise bei Motoren rentabler zu machen. Daimler feiert in diesem Jahr das 125-jährige Jubiläum des Automobils, das die Firmengründer Gottlieb Daimler und Carl Benz 1886 entwickelt haben.
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