Zusätzliche Auflagen
China bremst VW-Geschäft mit Elektroautos aus
Mit heftigen Auflagen erschwert die chinesische Regierung die Produktion der Autohersteller. VW hofft, dass China den Markt öffnet.
Chinesische Auflagen für den Technologietransfer bremsen nach Angaben von VW-China-Chef Karl-Thomas Neumann die Entwicklung von Elektroautos. Zum Auftakt der internationalen Automesse in Kanton (Guangzhou) äußerte Neumann die Hoffnung, dass China die Anforderung komplett aufhebe und den Markt völlig öffne. "Wenn zusätzliche Vorschriften erlassen werden, wird es nur noch schwieriger gemacht." Der VW-Chef beklagte auch Unklarheit über die Richtlinien für ausländische Autohersteller.
Nach den Anforderungen in China muss die Lizenz für eine der drei Hauptkomponenten wie Motor, Batterie oder Elektronik bei einem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen liegen. Selbst Zulieferer für Elektrofahrzeuge sollen jetzt auch gezwungen werden, dafür Joint Ventures einzugehen. China will sich damit Kerntechnologien der Elektromobilität sichern. "Es ist nicht klar, wie die Vorschriften und Anforderungen aussehen", sagte Neumann. "Wir wollen klare Vorgaben."
Neumann sieht eine gewisse Ernüchterung bei den Zielen für die Elektromobilität, die China stark ausbauen will. "Jeder wird etwas realistischer." Eine Zwischenlösung seien auf jeden Fall die Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge, die neben einem kleineren Elektroantrieb auch einen Benzinmotor haben. Im nächsten Jahr werde Volkswagen mit einer Testflotte von Elektroautos auf dem größten Automarkt der Welt in China beginnen. Die Produktion werde 2013 oder 2014 richtig aufgenommen.
Volkswagen wächst in China stark mit 14,8 Prozent
Trotz der Abkühlung auf dem chinesischen Automarkt verkaufte Volkswagen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres mit 1,9 Millionen Autos 14,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. "Unser Marktanteil wächst und liegt bei knapp 19 Prozent", sagte Neumann. In diesem Jahr werde Volkswagen auf seinem wichtigsten Markt erstmals mehr als zwei Millionen Autos verkaufen.
Das rasante Wachstum auf dem weltgrößten Automarkt in den vergangenen zwei Jahren von mehr als 30 und 40 Prozent komme jetzt wieder auf ein "normales Niveau". Neumann rechnet im kommenden Jahr mit einem Wachstum des gesamten Personenwagenmarktes in China von rund acht bis zehn Prozent, wobei Minivans nicht mitgerechnet sind, wo die Verkäufe besonders stark eingebrochen sind. Volkswagen wolle auch im nächsten Jahr wieder schneller als der Markt wachsen.
"Wir sind nicht pessimistisch", sagte Neumann zu der Abkühlung. Durch das bisher starke Wachstum stoße Volkswagen an die Grenzen der Kapazität seiner bereits voll ausgelasteten Fabriken.
"Für uns ist es viel besser, wenn es nicht 30 Prozent Wachstum sind", sagte der VW-China-Chef. Der chinesische Markt werde aber besonders in den mittleren und kleineren Städten Chinas weiter wachsen, wo immer mehr Menschen sich ein Auto leisten könnten. "Das wird unser wesentlicher Wachstumsbereich für eine ganze Reihe von Jahren sein."
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