Tarifstreit
Chinesen protestieren gegen Überstundenverbot
Tausende Arbeiter einer Schuhfabrik – die auch für Nike und Adidas fertigt – sind in den Streik getreten. Das Verbot der Überstunden trifft die Arbeiter hart.
Aus Protest gegen Kündigungen und Lohnkürzungen sind tausende Arbeiter einer Fabrik im Süden Chinas in einen Streik getreten. Dabei kam es nach Angaben der in New York ansässigen Organisation China Labor Watch zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei.
Dutzende Menschen wurden demnach verletzt, als die Polizei versuchte, die Blockade der Fabrik und einer Straße in der Nähe der Stadt Dongguan in der Provinz Guangdong zu brechen. An dem Streik in der Fabrik, die unter anderem Schuhe für Nike und Adidas herstellt, beteiligten sich mehr als 7000 Menschen.
Der Protest richtete sich gegen die Streichung von Bonuszahlungen und ein Verbot von Überstunden und wurde angeheizt von der Kündigungen von 18 Managern. China Labor Watch zufolge sehen die Arbeiter die Entlassung von Führungspersonal als Vorbereitung für die Verlegung ihrer Fabrik.
Einer der gekündigten Manager sagte der Zeitung "China Business News", seine Entlassung sei Teil eines Plans, die Produktion in die nördliche Provinz Jiangxi zu verlegen.
Besonders hart trifft die Arbeiter das Verbot von Überstunden. "Unser monatliches Grundgehalt beträgt nur 1100 Yuan (knapp 130 Euro) und wir verdienen unser Taschengeld mit Überstunden", sagte eine Arbeiterin der "Yangcheng Evening News". Dem Bericht zufolge forderten die Behörden die Manager auf, die Streichung der Überstunden wieder aufzuheben.
In der Provinz Guangdong sind in diesem Jahr zahlreiche Proteste gegen soziale Ungerechtigkeit aufgekommen. Im September griffen Demonstranten eine Polizeistation an, nachdem Gerüchten zufolge Polizisten ein Kind getötet hatten.
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