Ende der Partnerschaft
Suzuki will gegen VW vor Gericht gehen
Der japanische Autobauer Suzuki dringt verstärkt auf einen Rückzug des Großaktionärs Volkswagen. Man wolle die Partnerschaft beenden und den VW-Anteil zurückkaufen, teilte Suzuki am Freitag mit. Da sich VW bisher auf keine Einigung einlässt, will Suzuki nun vor Gericht gehen.
Während die US-Kunden begeistert waren, hielt sich in Deutschland die Freude in Grenzen. Die Arbeitsqualität in Mexiko gilt als wechselhaft.
Den seit Monaten andauernden Streit um die Beteiligung von Volkswagen an Suzuki will der japanische Autobauer jetzt gerichtlich klären lassen. Man wolle den Fall vor den Schiedsgerichtshof der internationalen Handelskammer bringen, hieß es am Freitag in Tokio. Suzuki-Chef Osamu Suzuki sagte: "Suzuki hat heute die Partnerschaft mit VW beendet." Suzuki will den Anteil von knapp 20 Prozent von Volkswagen zurückkaufen. "Volkswagen lässt uns keine Wahl", sagte der Suzuki-Chef.
Der Wolfsbauer Autobauer will die Beteiligung allerdings nach wie vor nicht verkaufen. "Wir halten an unserem Anteil fest", sagte ein Sprecher. Für eine Kündigung gebe es aus Sicht von VW keinen Grund, der 2009 geschlossene Vertrag bestehe weiter. Die Wolfsburger weisen auch den Vorwurf zurück, in irgendeiner Weise den Kooperationsvertrag gebrochen zu haben. "Wir sind sehr enttäuscht über diesen Schritt von Suzuki und können diesen in keinster Weise nachvollziehen", sagte ein VW-Sprecher.
Enttäuschend sei auch, dass Suzuki nie auf Verhandlungsvorschläge eingegangen sei, sondern erneut über die Öffentlichkeit den Gang vor das Schiedsgericht und die Kündigung des Rahmenvertrags ankündige. "Die Begründung sehen wir als haltlos an", heißt es in dem Statement von VW. Den Vorwurf mangelnder technischer Unterstützung der Japaner wiesen die Wolfsburger zurück. Es sei gemeinsam an potenziellen Projekten gearbeitet worden und VW habe weitreichenden Zugriff auf Technologien gegeben.
Die Auseinandersetzung hatte sich in den vergangenen Wochen immer mehr zugespitzt. Volkswagen regierte bisher aber gelassen, denn es gebe keine rechtliche Basis, eine Rückgabe der Aktien zu erzwingen. Die beiden Streitparteien werfen sich gegenseitig Vertragsbruch vor. Die Wolfsburger sind mit 19,9 Prozent an dem japanischen Unternehmen beteiligt, Suzuki mit 1,5 Prozent bei VW.
Suzuki wollte mit der Partnerschaft vor allem Einblick in die technische Entwicklung bei Europas größtem Autobauer erhalten und sieht die Vereinbarungen dazu als nicht eingehalten. Die Japaner sind unter anderem besonders an umweltschonenderen Motoren interessiert.
Volkswagen wollte mit Suzuki vor allem sein Know-how im Kleinwagenbau verbessern und seine Position auf dem indischen Markt ausbauen, wo Suzuki mit der Tochter Maruti Marktführer ist. VW sieht den Partnerschaftsvertrag verletzt, weil die Japaner bei Fiat Dieselmotoren bestellten.
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