Billigflieger
Easyjet rettet Gewinn durch Geschäftsreisende
Für den britischen Billigflieger Easyjet zahlt sich der harte Sparkurs und das Werben um Geschäftsreisende aus. Im Geschäftsjahr bis Ende September steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um 16 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Pfund.
Die Billigfluglinie Easyjet will noch stärker als bisher Geschäftsreisende als Passagiere gewinnen. Im vergangenen Jahr flogen 9,5 Millionen Menschen auf Business-Trips mit dem Ryanair-Konkurrenten. Das waren rund eine Million mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit verhalfen sie Easyjet zu einem Gewinnplus, wie das britische Unternehmen am Dienstag mitteilte.
In den zwölf Monaten bis Ende September hat Easyjet unter dem Strich 225 Millionen britische Pfund (262 Mio Euro) und damit 86 Prozent mehr als im Vorjahr verdient. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt 54,5 Millionen Passagiere gezählt, ein Anstieg von 11,8 Prozent.
Die Billigairline kündigte eine engere Zusammenarbeit mit der Amadeus IT Group an, die Buchungssysteme für Geschäftsreisen anbietet. Damit wolle man sich einen größeren Anteil an diesem Marktsegment sichern. Easyjet plant außerdem Versuche, Passagieren Sitzplätze zuzuweisen, statt sie selbstständig wählen zu lassen.
Trotz der guten Geschäfte hält sich Easyjet mit Prognosen für die Wintermonate bedeckt. "Wie haben eher einen konservativen Ansatz", sagte Vorstandschefin Carolyn McCall. Es werde schwierig, die höheren Kosten etwa für Treibstoff auf die Kunden umzulegen. Man werde alles versuchen, um die Preise nicht erhöhen zu müssen, sagte McCall. "Unser Modell basiert auf niedrigen Preisen und deshalb sind sie absolut zentral." 45 Prozent der Sitze für die Wintersaison bei Easyjet seien bereits ausgebucht. Das entspreche der Zahl vom Vorjahr.
Während Konkurrenten wie die Lufthansa und Air Berlin mit rückläufigen Gewinnen oder gar Verlusten zu kämpfen haben, ging es für Easyjet nach oben. Im Geschäftsjahr bis Ende September steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um 16 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Pfund. Dabei verdiente die Gesellschaft an jedem einzelnen Ticket zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Im Frühjahr 2010 hatten auch die Flugausfälle nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull das Geschäft belastet.
Die Aktionäre können sich nun auf die erste und besonders dicke Dividende der Gesellschaft freuen. Insgesamt will der Billigflieger je Aktie nun 45,4 Pence an die Anteilseigner ausschütten – davon 10,5 Cent als reguläre Dividende, den Rest als Sonderzahlung. In der Summe gibt Easyjet damit 195 Millionen britische Pfund an die Aktionäre zurück. An Geld mangelt es dem Unternehmen nach eigenen Angaben nicht.
Hauptaktionär ist der griechisch-britische Unternehmer und Easyjet-Gründer Stelios Haji-Ioannou, der mit seiner Familie 38 Prozent am Unternehmen hält. Er hatte seit langem gefordert, eine Dividende auszuschütten.
In Deutschland liegt der Fokus im kommenden Jahr auf Berlin, sagte Deutschland-Geschäftsführer Thomas Haagensen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Im vergangenen Jahr habe man dort 3,5 Millionen Passagiere gezählt. Im Juni stehe unter anderem der Umzug auf den neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg an. Easyjet operiert in Deutschland von insgesamt sieben Flughäfen, neben Berlin auch Dortmund, Düsseldorf, Köln, Dresden, Hamburg und München.
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