Euro-Krise
Finanzguru Buffett verspekuliert sich um Milliarden
Die Schuldenkrise in Europa macht den Anlegern schwer zu schaffen. Selbst Warren Buffett muss Federn lassen. Er steht mit seinen Investments 1,5 Milliarden Dollar im Minus - allerdings nur auf dem Papier.
Auch für ein Finanzgenie wie Warren Buffett ist die Schuldenkrise in Europa schwer zu verdauen. Im dritten Quartal fiel der Gewinn seiner Investmentholding Berkshire Hathaway im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf unterm Strich 2,3 Milliarden Dollar (1,7 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Damit konnte sich Buffett allerdings deutlich besser halten als von Analysten erwartet.
Buffett musste bei all seinen Finanzspekulationen einen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar hinnehmen. Er wettet insbesondere mit sogenannten Derivaten auf die Entwicklung der Märkte. Wegen der unsicheren Lage in der Eurozone ging es über Wochen und Monate bergab, eine Erholung setzte erst im Oktober ein. Allerdings verlor Buffett mit seinen Derivaten bislang nur auf dem Papier Geld – die mit 35 Milliarden Dollar gut gefüllte Kasse blieb unangetastet. Erst ab dem Jahr 2018 muss Buffett seine Wetten einlösen.
Für den legendären Investor ist die Entwicklung in seinen rund 80 eigenen Tochterfirmen viel entscheidender. Zu Berkshire Hathaway gehören etwa die Frachteisenbahn Burlington Northern Santa Fe, der US-Autoversicherer Geico und seit kurzem auch der wichtige Schmiermittel-Hersteller Lubrizol. Mit allen seinen Tochterfirmen verdiente Buffett 3,8 Milliarden Dollar – ein Plus von 37 Prozent. Der Sprung kam vor allen Dingen dadurch zustanden, dass Buffett in seinem Rückversicherungsgeschäft geringere Schäden erwartet.
Der 81-Jährige hatte in den 1960er Jahren die kleine Textilfirma Berkshire Hathaway übernommen und sie mit klugen Investitionen zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt ausgebaut. Dennoch ist sein Lebensstil bescheiden. Er ist deshalb für unzählige Anleger in aller Welt eine Kultfigur. Sein fast untrüglicher Sinn fürs Geldverdienen hat ihm den Spitznamen "Orakel von Omaha" eingebracht.
Seine Investmentholding Berkshire Hathaway besitzt neben den eigenen Tochterfirmen auch Beteiligungen an einer ganzen Reihe von namhaften Großkonzernen. Dazu gehören Coca-Cola oder die Munich Re, die frühere Münchener Rück. Buffett gehört zu den potentesten Geldgebern der Welt – er hatte vor einigen Monaten etwa der verlustreichen Bank of America 5 Milliarden Dollar geliehen. Buffetts Privatvermögen taxierte das Magazin "Forbes" zuletzt auf 39 Milliarden Dollar, was ihn zum drittreichsten Menschen nach dem mexikanischen Telekom-Tycon Carlos Slim und Microsoft-Gründer Bill Gates macht.
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